Montag, 22. September 2003

Daviscup-Auslosung: Österreich in Weltgruppe auswärts gegen USA

  • Reaktion von Bresnik: "Ein Hammerlos, USA habe ich mir nicht gewünscht!"
  • Koubek gibt sich geschockt und ist "schmähstad"

Österreichs Tennis-Team der Herren steht in der Daviscup-Weltgruppe vor einer äußerst schwierigen Aufgabe. Das ÖTV- Team zog bei der Auslosung in London den 31-fachen Rekord-Sieger USA. Das US-Team hat von 6. bis 8. Februar zudem Heimvorteil und damit die Wahl des Belages.

Stefan Koubek und Co. hatten sich am Wochenende mit einem 3:2- Erfolg in Pörtschach gegen Belgien erstmals seit vier Jahren wieder für die Weltgruppe qualifiziert. Die Amerikaner scheinen eine unlösbare Aufgabe für unser Daviscup-Team zu sein.

Erste Reaktionen
Daviscup-Kapitän Günter Bresnik: "Das ist ein richtiges Hammerlos, die USA und Australien habe ich mir nicht gewünscht. Das sind vom Spielmaterial her die zwei stärksten Mannschaften. Ich rechen mit Roddick, Fish oder Blake und den Bryan-Brüdern, mit Agassi rechne ich nicht. Die Chancen sind sehr gering. Aber man darf das Glück nicht überstrapazieren, das wir gegen Belgien hatten. Die Freude über das schöne Wochenende werde ich mir nicht gleich verderben lassen."

Stefan Koubek: "Zuerst hab' ich's ja gar nicht glauben können: Amerika auswärts in der ersten Weltgruppen-Runde 2004. Das ist ein echter Schocker. Das in jeder Hinsicht blödeste Los. Sogar noch schlimmer als Australien - weil da hätten wir nach den Australian Open unten bleiben können. Im Moment bin ich ein bissl schmähstad. Die Amis werden uns wahrscheinlich auf einen schnellen Platz stellen - und die können wahrscheinlich 14 Mannschaften aufstellen, gegen die wir krasser Außenseiter sind. Was können wir tun? Hinfahren und schauen, dass wir uns so gut wie möglich verkaufen. Und alles probieren, damit vielleicht so ein Wunder möglich wird wie im April 2002, als unser Fed-Cup-Team wohl als genauso großer Außenseiter nach Amerika gefahren ist - und dann doch gewonnen hat. In solchen Fällen greift man wohl gern zu Floskeln wie "Der Daviscup hat eigene Gesetze".

Julian Knowle: "Die Chance auf ein Heimspiel war schon sehr gering, und jetzt auch noch Amerika. Diese Auslosung ist für uns sicher nicht glücklich. Die haben so viele gute Spieler, egal wer spielt, die sind in jeder Besetzung fast unschlagbar. Die Bryan-Brüder sind im Doppel die Nummer eins und zwei der Welt, das spricht für sich. Da kommen derzeit nur Björkman/Woodbridge heran."

ÖTV-Generalsekretär Martin Reiter: "Das war das zweitschlechteste Los, das schlechteste wäre Australien gewesen. Abgesehen von der Reisen ist auch der Gegner übermächtig. Die Favoritenrolle liegt ganz klar bei den USA. Aber sag niemals nie, alles ist im Tennis möglich, aber da muss alles passen. Wir können nicht darauf zählen, dass die Herren den selben Blödsinn wie die Damen im Vorjahr machen (Anm.: Österreich gewann im Fed Cup in Charlotte mit 3:2). Sie werden mit Sicherheit auf Hardcourt spielen."

(apa/red)

22.9.2003 16:03