Mordfall Lindh: Verdächtiger leidet psychische Qualen
- Boulevardblätter berichten von schlechtem Gesundheitszustand
- Polizei ist überzeugt: Wir haben den Täter.
·Mordfall Lindh
Ex-Verdächtiger will Schadenersatz
·Lindh-Killer
Bilder: Kamera filmte Verdächtigen!
·Anna Lindh
Freundin schildert die letzten Minuten
·Das Attentat
Lindh in Shopping- Center attackiert
·Chronologie
Politische Morde in Europa seit 1986
Für Schwedens Polizei ist der Fall klar: Der Mörder der Außenministerin Anna Lindh ist gefasst. Es werden keine weiteren Spuren mehr verfolgt. Boulevardzeitungen berichteten unterdessen, dass sich der 24-Jährige in einem Besorgnis erregenden psychischen Zustand befinden soll.
Anfang kommender Woche soll aus einem britischen Speziallabor in Birmingham die Analyse von DNA-Spuren an dem Messer vorliegen, mit dem die schwedische Außenministerin am 10. September erstochen worden ist. Nach offiziell nicht bestätigten Medienangaben ist der "genetische Fingerabdruck" des Verdächtigen auch auf einer Baseballkappe zusammen mit DNA von Lindh gefunden worden.
Verdächtiger von Psychiatern weggeschickt
Der inhaftierte Verdächtige hatte nach Medienangaben wenige Stunden vor dem Attentat vergeblich um Einweisung in eine psychiatrische Station gebeten. Wie die Stockholmer Zeitung "Aftonbladet" unter Berufung auf Polizeikreise weiter berichtete, sei der Mann am 10. September mit der Begründung abgewiesen worden, er sei für stationäre Behandlung nicht krank genug.
Nach Informationen der Zeitung "Expressen" leidet er derzeit in der Haft an einer akuten Psychose. Die Polizei bestätigte, dass er bis nächste Woche keinen Verhören unterzogen werden soll. Das Konkurrenzblatt "Aftonbladet" bezeichnete den Zustand des 24-Jährigen als "schwer angeschlagen".
Ex-Verdächtiger will klagen
Der gleichzeitig mit der Festnahme des 24-Jährigen am Mittwoch freigelassene erste Tatverdächtige warf der Polizei unterdessen vor, ihn länger als nötig festgehalten zu haben. Sein Leben sei durch die massive Berichterstattung in den Medien während seiner einwöchigen Haft "zerstört". Er will nun von Zeitungen und Sendern Schadensersatz verlangen. (Kasten)
Schwedens Außenministerin Anna Lindh war am 10.September - vier Tage vor der Euro-Volksabstimmung in Schweden - unbewacht einkaufen gegangen, als ein Mann sie auf der Rolltreppe des NK-Kaufhauses niederstach. Sie erlag trotz mehrstündiger Notoperation ihren schweren Verletzungen.
(apa, red)
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