Mordfall Lindh: Ex-Verdächtiger will Schadenersatz
- Medien gaben Details preis und stellten in quasi als Täter hin
- Anwalt des Betroffenen: "Mein Mandat ist seelisch am Ende"
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Politische Morde in Europa seit 1986
Im Mordfall der schwedischen Außenministerin Anna Lindh will der erste Tatverdächtige von schwedischen und ausländischen Medien Schadenersatz fordern. Die Behörden hatten den 35-Jährigen vorige Woche freilassen müssen, da sich der Mordverdacht gegen ihn als nicht stichhaltig erwies. Dabei hatten Presse und Funk Details aus seinem Leben berichtet und ihn quasi schon als Täter hingestellt.
"Vor allem schwedische Medien haben einen nie wieder gutzumachenden Schaden verursacht", sagte Anwalt Gunnar Falk dem "Focus". "Mein Mandant ist seelisch am Ende", so der prominente Anwalt weiter.
Haftentschädigung will Falk auch von den Behörden fordern. Der schwedische Medienrechtler Hans-Gunnar Axberger schätzt, dass er für die mehrtägige Haft etwa 100.000 Euro bekommen könnte. "Wenn er es geschickt anstellt, kann er von den Medien einiges mehr bekommen." Über den neuen Tatverdächtigen berichtet die schwedische Presse ebenso präzise. (apa)
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