"Mega-Blackout": Millionenschäden wegen Stromausfalls in Italien
- Baum in der Schweiz kappte Stromleitung!
- Fünf Todesopfer auf Stromausfall zurückzuführen
·DIE BILDER!
Ein Stromausfall legte Italien lahm!
·Chronik
Mega-Blackouts im Überblick
Samstagnacht in Italien: Plötzlich war der Strom für 56 Millionen Menschen weg. Und das praktisch im ganzen Land. Die Wirtschaft klagt über Millionenschäden. Nach langem Rätselraten - ist ein Defekt in Frankreich schuld oder einer in der Schweiz? - jetzt die Lösung: Es war ein Baum in der Schweiz, der auf eine Stromleitung fiel. Insgesamt kamen fünf Menschen ums Leben.
Auch Unternehmen und der Handel klagen über große Schäden. Nach Angaben des Kaufleuteverbands Confcommercio betragen die Verluste für die Tiefkühlindustrie, die Supermärkte, Eisgeschäfte, Restaurants und Bars an die 120 Millionen Euro. Entrüstet zeigte sich vor allem der Industriellenverband Confindustria, der meldete, dass der Stromausfall der italienischen Industrie über 100 Millionen Euro kostete.
Schuld war ein Baum
Ein Baum, der Sonntag Früh in Brunnen im Kanton Schwyz auf eine 380-kV-Leitung fiel, war möglicherweise einer der Gründe für den Stromausfall in Italien. Zum großen Blackout kam es dann aber vor allem wegen möglichen Fehlschaltungen in Italien.
Bei einer Leitungsunterbrechung müssten die anderen Netzbetreiber sofort Maßnahmen ergreifen, sagte der Sprecher des Schweizerischen Energieversorgers Altel. Dies sei vorerst auch geschehen. Bis eine halbe Stunde nach der Unterbrechung in der Innerschweiz habe der Stromfluss nach Italien normal weiter funktioniert.
Dann seien in einer Kettenreaktion sämtliche internationalen Stromverbindungen nach Italien kaskadenartig ausgefallen. Offenbar hätten die mittels Telefon informierten italienischen Netzbetreiber nicht schnell genug oder nicht effizient reagiert, mutmaßt man bei der Atel.
Fast gleichzeitig ging in Frankreich ein Gewitter nieder, was ebenfalls zu Stromausfällen auf dem europäischen Netz führte. Die Verknüpfung der Ereignisse in der Schweiz und in Frankreich dürfte laut Atel schlussendlich dazu geführt haben, dass ganz Italien mehrere Stunden ohne Strom war.
Fünf Tote
Drei Frauen kamen in der Zeit des Stromausfalles ums Leben: Zwei stürzten in der Dunkelheit Treppen hinunter, eine entzündete ihr Gewand an einer Kerze und erlitt tödliche Brandverletzungen. Auch zwei weitere Senioren starben in der Zeit des Stromausfalls.
Neue Kraftwerke
Nach dem Stromausfall will die Regierung Berlusconi aufs Tempo drücken, um den Bau neuer Kraftwerke zu beschleunigen. "Die Regierung hat bereits Grünes Licht für den Bau von 26 neuen Stromkraftwerken gegeben", versicherte Italiens Umweltminister Altero Matteoli.
Betroffen waren mit 56 Millionen mehr Menschen als beim Mega-Blackout im Osten Nordamerikas; dennoch gab es keine Panik.
(apa/red)
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