Freitag, 26. September 2003

Armut in USA nimmt zu: 34,6 Millionen betroffen

  • 1,7 Millionen Menschen mehr als im Vorjahr gelten als arm
  • Experten kritisieren Berechnungsverfahren

Die Armut in den USA nimmt weiter zu. Die Zahl der als arm eingestuften Amerikaner stieg nach Angaben der Statistikbehörde von 11,7 Prozent im Jahr 2001 auf 12,1 Prozent im Jahr 2002. Demnach waren im vergangenen Jahr 34,6 Millionen Amerikaner arm - 1,7 Millionen mehr als noch im Vorjahr. Als arm gilt in den USA eine vierköpfige Familie mit einem jährlichen Gesamteinkommen von 15.700 Euro.

Experten kritisierten, die Zahl der armen Menschen in den USA sei in Wirklichkeit noch weit größer, da die Statistikbehörde ein Berechnungsverfahren aus den 60er Jahren benutze. Darin werde unter anderem der Aufwand für Nahrungsmittel sehr hervorgehoben. Diese seien inzwischen deutlich billiger geworden, dagegen müssten die Amerikaner deutlich mehr Geld für Miete, Transport und Ausbildung ausgeben. Die Nationale Akademie für Wissenschaft schätzte, dass die Armutsgrenze heute 45 Prozent höher angesetzt werden müsste. Damit würden Millionen mehr Amerikaner unter die Armutsgrenze fallen.

(apa)

26.9.2003 18:14