Freitag, 26. September 2003

Nein danke! Arnie will nicht mit Gouverneur Davis debattieren

  • "Er würde mich nur attackieren. Ich möchte positive Kampagne führen"
  • Umfrage: 40% für Arnie, nur 25% für Bustamante. 63% für Davis-Rücktritt

Die nächste spannende Wahl - auch für Österreicher: In einer Woche, am 7. Oktober, finden die Recall-Wahlen in Kalifornien statt. Und Austro-Action-Star Schwarzenegger hat gute Karten! Laut neuer Umfrage wollen ihn 40% als neuen Gouverneur! 63% sind dafür, dass Amtinhaber Davis seinen Hut nimmt. Der unbeliebte Politiker ging jetzt in die Initiative, forderte den Terminator zum öffentlichen Polit-Duell. Nur - Arnie sagt Nein! Begründung: "Davis würde nur seinen negativen Wahlkampf fortführen und mich attackieren. Ich möchte aber eine positive Kampagne führen." Die kostenintensive finale Phase des Wahlkampfes hat jedenfalls begonnen.

Nach Schätzungen von Experten werden alleine in der letzten Woche etwa 20 Millionen Dollar für Wahlwerbung ausgegeben. Bisher beliefen sich die Aufwendungen der Kandidaten für TV und Radio-Spots sowie Annoncen auf rund 50 Millionen Dollar. Am 7. Oktober werden die Kalifornier über den Verbleib des demokratischen Gouverneurs Gray Davis entscheiden, spricht sich eine Mehrheit für seine Abberufung ("Recall") aus so gewinnt jener Kandidat mit den meisten Stimmen.

Der laut einer CNN-USA Today-Gallup-Umfrage führende Kandidat Arnold Schwarzenegger wird laut US-Medien in der letzten Woche mindestens zwei Millionen Dollar in Wahlwerbung investieren, Gouverneur Davis und der demokratische Vize-Gouverneur und Kandidat Cruz Bustamante werden jeder eine ebenso hohe Summe aufwenden. Alleine die Vereinigung der republikanischen Gouverneure plant eine Kampagne um eine Million Dollar gegen Bustamante, der in der jüngsten Umfrage mit 25 Prozent hinter dem Republikaner Schwarzenegger mit 40 Prozent an zweiter Stelle liegt.

Die TV- und Radio-Spots haben schon in den vergangenen Tagen eine Wende zum Negativ-Wahlkampf genommen. So wirft etwa Davis dem Republikaner Schwarzenegger jetzt vor, er habe in den vergangenen 20 Wahlgängen in Kalifornien 13 Mal seine Stimme nicht abgegeben. Der Filmstar hatte laut seinem Wahlkampfteam allerdings Stimmzettel für die Briefwahl angefordert, möglicherweise aber "vergessen" diese dann auszufüllen.

Schwarzenegger hingegen, der nach eigenen Angaben keine Negativ-Kampagne führen will, beschuldigt in einem Spot den demokratischen Kandidaten Bustamante, dass er Gelder zur Wahlkampffinanzierung von Indianerstämmen angenommen habe und damit den Sonderinteressen dieser Gruppe nachgeben werde. Einige Indianerstämme in Kalifornien betreiben Casinos, sie haben diese Privilegien als Ausgleich zur jahrhundetelangen Benachteiligung und Ausbeutung erhalten. Kritiker werfen ihnen jedoch vor, von ihren hohen Einkommen aus den Spielhallen viel zu wenig Steuern zu zahlen. (APA/red)

26.9.2003 08:43