Freitag, 26. September 2003

Gewalteskalation im Irak: Täglich neue Tote bei Anschlägen

  • Wieder ein US-Soldat getötet; 18 Tote bei Anschlag auf Markt

Die Sicherheitslage im Irak hat sich weiter verschlechtert: Nach dem Tod von 18 Zivilisten Donnerstagabend auf einem Marktplatz in Bakuba rund 50 Kilometer nördlich von Bagdad wurde bei Kirkuk wenig später ein US-Soldat getötet. Dies gab das US-Militär am Freitag bekannt. Die UNO hat unterdessen weitere Mitarbeiter aus dem Land abgezogen.

Die Angriffe erfolgten inmitten einer dreitägigen Staatstrauer für die an den Folgen eines Attentats gestorbene Akila el Hashimi. Die Schiitin ist die erste Angehörige des von den USA eingesetzten irakischen Regierungsrates, die einem Attentat zum Opfer fiel. Eine Kolonne mit dem Sarg der Politikerin brach am Freitag in Bagdad zum Begräbnis in Najaf auf, der heiligen schiitischen Stadt.

Bei einem Raketenangriff auf einen US-Armeekonvoi im nordirakischen Kirkuk wurde ein US-Soldat getötet. Zwei weitere seien bei dem Angriff am späten Donnerstagabend verletzt worden, teilte die US-Armee am Freitag mit. Bei einem Feuer in einem verlassenen Gebäude nahe Tikrit nördlich von Bagdad kam den Angaben zufolge ein weiterer US-Soldat ums Leben.

Der Befehlshaber der amerikanischen Truppen im Irak, Generalleutnant Sanchez, drohte angesichts der andauernden Angriffe und Anschläge mit dem Einsatz aller militärischen Mittel, um die Ordnung wiederherzustellen.

Die Vereinten Nationen haben unterdessen wegen der angespannten Sicherheitslage weitere ausländische Mitarbeiter abgezogen. UNO- Generalsekretär Annan hatte am Donnerstag nach Konsultationen mit Sicherheitsberatern entschieden, wegen des Risikos neuer Terroranschläge weitere internationale Mitarbeiter aus dem Irak abzuziehen.

Nach den einst mehr als 650 internationalen UNO-Helfern halten sich nur noch 42 nicht-irakische Mitarbeiter in Bagdad und 44 im Norden des Landes auf.

(apa)

26.9.2003 07:41