Gefährliche Lage im Irak: UNO zieht noch mehr Personal ab
- Irak-Aufbau: Bush weiter ohne Hilfszusagen aus dem Ausland
- Neuer Anschlag: Sieben Tote
·Putin fordert
"Direkter Einfluss der UNO im Irak"
·El Hashimi tot
Iraks Politikerin erlag Verletzungen
·Todesstrafe?
USA & GB kämpfen vs. Terror im Irak
·Neuer Terror!
Schon wieder ein Toter in Bagdad!
·Versöhnung
Bush: "Streit mit Deutschen zu Ende"
US-Präsident Bush ist ohne konkrete internationale Zusagen für Hilfen im Irak von seinem zweitägigen Besuch der UNO nach Washington zurückgekehrt. Der russische Präsident Putin forderte vor der UNO-Vollversammlung eine "direkte Beteiligung" der UNO am Wiederaufbau des Irak. Die UNO will wegen der bedenklichen Sicherheitslage einen Teil ihres internationalen Pesonals aus dem Irak abziehen.
Es könne erhebliche Zeit dauern, bis eine neue UNO-Resolution ausgehandelt worden sei, die einzelnen Staaten eine Unterstützung der US-Besatzung im Irak ermöglichen könnte, wurden US-Regierungsbeamte zitiert. Es sei insgesamt nicht abzusehen, ob ein Resolutionstext zu Stande kommen werde, der zur Entsendung von Truppen aus dem Ausland in den Irak führen würde.
Bush sei aber nicht mit dem Ziel nach New York gereist, andere Staaten konkret um Truppen zu bitten. Führende US-Militärs deuteten aber inzwischen an, dass die USA eigene frische Kräfte in den Irak entsenden müssten, wenn nicht innerhalb von sechs Wochen eine geplante dritte Division aufgebaut werden könne.
Am dritten Tag der UN-Vollversammlung in New York warf der russische Präsident Putin der US-Regierung vor, den Irak ohne Zustimmung der Vereinten Nationen angegriffen zu haben. Zugleich forderte Putin eine "direkte Beteiligung" der UNO beim Wiederaufbau des Landes. Zahlreiche weitere Staatschefs pflichteten Putins Kritik am amerikanischen Unilateralismus bei.
Die UNO wird erneut einen Teil ihres internationalen Personals aus dem Irak abziehen. Wie der Sprecher von UNO-Generalsekretär Annan am Donnerstag in New York mitteilte, reagieren die Vereinten Nationen damit auf die bedenkliche Sicherheitslage im Irak.
Für eine umfassende Reform der UNO zur Stärkung deren Effizienz und Legitimität ist Außenministerin Ferrero-Waldner eingetreten. Die Zusammensetzung des höchsten UNO-Gremiums entspreche nicht der geopolitischen Realität des 21. Jahrhunderts, kritisierte die Ministerin. Am Rande der Vollversammlung hat Ferrero-Waldner zudem das Zusatzprotokoll der UNO-Konvention gegen Folter unterzeichnet.
Sieben Tote bei neuem Anschlag
Bei einem Granateneinschlag in Baakuba nördlich von Bagdad sind am Donnerstag sieben irakische Zivilisten getötet worden. Mindestens 13 weitere Menschen wurden verletzt, als das Geschoss auf einem Platz eines Wohnviertels einschlug, wie Polizei- und Krankenhausmitarbeiter mitteilten.
Die Verletzten, darunter ein zwölfjähriges Kind, seien in zwei Krankenhäuser der Stadt gebracht worden. Unklar sei, wer das Geschoss abgefeuert habe, sagte ein Polizeioffizier.
Baakuba liegt rund 60 Kilometer nordöstlich von Bagdad in einer hauptsächlich von Sunniten bewohnten Region. In der Gegend stationierte US-Einheiten waren bereits mehrfach Ziel von Granatenangriffen.
(apa)
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