Donnerstag, 25. September 2003

Streik bei der Luftwaffe: Israel feuert 7 Kampfpiloten

  • 27 Piloten wollten Angriffe auf zivile Ziele verweigern
  • "Illegale und unmoralische Befehle"

Die israelische Luftwaffe entlässt mehrere Kampfpiloten, weil sie Angriffe auf zivile Ziele in den Palästinensergebieten verweigerten. Sieben der 27 Unterzeichner einer entsprechenden Erklärung dürfen nicht mehr fliegen und müssen die Armee verlassen, sagte ein Militärsprecher am Donnerstag. Die übrigen 20 sind von ihren Tätigkeiten suspendiert worden.

Am Mittwoch hatten die 27 Piloten in einem offenen Brief an den Luftwaffenchef Dan Halutz erklärt, dass sie nicht länger "illegale und unmoralische Befehle befolgen" wollten und künftig nicht mehr an Luftangriffen gegen zivile Ziele im Westjordanland und im Gazastreifen teilnehmen würden.

Die Aktion löste ein heftiges politisches Echo in Israel aus: In einem Brief an die Offiziere beschuldigte Halutz die Unterzeichner der Petition, "den Kämpfern und der israelischen Demokratie ein Messer in den Rücken gestoßen zu haben". Ministerpräsident Ariel Sharon warnte die Angehörigen der Luftwaffe davor, sich in politische Angelegenheiten einzumischen.

Es ist das erste Mal, dass Angehörige der israelischen Luftwaffe Militäreinsätze auf palästinensischen Gebiet ablehnen. Israel hatte in den vergangenen Monaten mit gezielten Luftangriffen mehrere radikalislamische Palästinenserführer getötet. Dabei kamen wiederholt auch Zivilisten ums Leben.

(apa)

25.9.2003 16:14