Montag, 22. September 2003

Designierter Premier Koreia erwägt Entwaffnung der radikalen Gruppen

  • Waffenruhe: Israel lehnt Arafats Bedingungen ab

Der designierte palästinensische Ministerpräsident Ahmed Koreia hat erstmals die Möglichkeit einer Entwaffnung der radikalen Gruppen angedeutet. Koreia sagte nach einem Treffen mit Präsident Yasser Arafat in Ramallah, er werde versuchen, das Chaos der illegalen Waffen in den Autonomiegebieten zu beenden. Dazu seien jedoch weitere Verhandlungen nötig.

Koreia hatte vor seinem Treffen mit Arafat mit Vertretern der Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad gesprochen. Diese wiesen Koreias Angebot zurück, seiner Regierung beizutreten, die von Mitgliedern von Arafats Fatah dominiert werden wird. "Wir brauchen weitere Beratungen über ein Ende des Chaos in den Straßen, in der Verwaltung und in der palästinensischen Mentalität", sagte Koreia vor Journalisten. "Das ist das Hauptthema und schließt das Chaos in der Verwendung, der Verteilung und Lagerung von Waffen ein." Nähere Einzelheiten nannte er nicht.

Arafat hatte zuvor seine Bereitschaft zu einen umfassenden Waffenstillstand mit Israel bekräftigt, dies aber an Bedingungen geknüpft, die Israel bereits abgelehnt hat. In einem Brief an das so genannte Nahost- Vermittlerquartett habe Arafat eine Wiederbelebung des Friedensfahrplans und die Entsendung internationaler Beobachter gefordert, teilte die Palästinenser-Führung am Montag mit.

Letzteres hat Israel bereits mehrfach abgelehnt, da es eine Internationalisierung des Nahost-Konflikts verhindern will. Die israelische Regierung wies daher auch den neuen Vorstoß umgehend zurück und bezeichnete ihn als Versuch Arafats, seine angedrohte Abschiebung zu verhindern.

(apa)

22.9.2003 15:24