Montag, 22. September 2003

Bagdad: Autobombe vor UNO-Sitz detoniert

  • Zwei Menschen wurden bei dem Anschlag getötet, 17 verletzt
  • Hintergründe noch unbekannt

Einen Monat nach dem Anschlag auf das UNO- Hauptquartier in Bagdad ist das Gebäude am Montag offenbar erneut Ziel eines Bombenanschlags gewesen. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich auf dem Parkplatz vor dem Gebäude in die Luft, tötete dabei einen Wachmann und verletzte mindestens 17 Menschen.

Bei dem Toten handle es sich um einen irakischen Polizisten, der den Attentäter habe aufhalten wollen, sagte ein Sprecher der US-Armee der Nachrichtenagentur Reuters. Bei dem Anschlag im August waren 22 Menschen getötet worden, darunter der UNO-Sonderbeauftragte für den Irak, Sergio Vieira de Mello.

Am Wochenende war ein Anschlag auf die irakische Delegation verübt worden, die das Land bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York vertreten sollte. Dort wird auch über den Wiederaufbau des Irak diskutiert, der durch die mangelhafte Sicherheitslage im Land stark beeinträchtigt wird.

"Das war eine Selbstmordbombe", sagte der Sprecher der US-Armee am Anschlagsort. Der Attentäter sei mit seinem Auto auf einen Parkplatz in der Nähe des UNO-Quartiers gefahren und von dem Polizisten gestoppt worden, bevor er die zentrale Sicherheitskontrolle des Parkplatzes erreicht habe. "Der Fahrer und der Polizist redeten miteinander und die Bombe explodierte in dem Auto", sagte der Armeesprecher. Von der Wucht der Explosion seien mindestens sechs Autos zerstört worden.

Der Anschlag habe sich nur 250 Meter von dem UNO-Gebäude entfernt ereignet, sagte der US-Militärsprecher. "Er (der Attentäter) änderte sein Ziel. Er wollte in das UNO-Hauptquartier gelangen und änderte sein Ziel", sagte der Sprecher.

Die USA machen Anhänger des entmachteten irakischen Präsidenten Saddam Hussein oder Verbündete der radikal-islamischen Gruppe El Kaida für den Anschlag auf das UNO-Hauptquartier im August verantwortlich. (apa)

22.9.2003 07:41