Donnerstag, 25. September 2003

Aufreger vor OÖ-Wahl: FPÖ verteilt 20-Euro-Scheine!

  • SPÖ: "Akt der Verzweiflung". FPÖ: "Schmutzkübelkampagne"
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Der Aufreger vor der OÖ-Wahl: Die FPÖ lockt ihre Wähler mit Geld! Konkret: Mit 20-Euro-Scheinen. Mit dieser ungewöhnlichen Ankündigung versuchen die Veranstalter so viele Menschen wie möglich nach Kremsmünster zu holen, wo am Samstag wahlgekämpft wird. Das hat unweigerlich Kritik der SPÖ ausgelöst. Sie warf der FPÖ vor, ihr Wahlkampf sei "am Tiefpunkt". Die FPÖ antwortete: "Schmutzkübelkampagne".

Die FPÖ Kremsmünster begründete ihr 20 Euro-Angebot damit, dass ihre Gemeinderäte in den letzten sechs Jahren auf ihre Sitzungsgelder verzichtet hätten und diese angespart hätten. 64.679 Euro seien in dieser Zeit zusammengespart und für wohltätige Zwecke gespendet worden. Sowohl Hochwasseropfer, das Altenheim in Kremsmünster als auch andere gemeinnützige Institutionen seien mit diesem Geld bedacht worden.

"Kaufkraft"
Um auch die Kaufkraft in Kremsmünster zu stärken, sei mit einer Wahlaussendung die Möglichkeit angeboten worden, einen 20 Euro-Schein abzuholen.

"Dieses Geld, das aus dem Gemeindesäckel stammt, sollte wieder dem gesamten Ort zu Gute kommen", argumentierte der freiheitliche Bezirksobmann von Kirchdorf, Landtagspräsident Manfred Bodingbauer.

SPÖ: "Akt der Verzweiflung"
Der SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Thomas Pfaffenhuemer vermutete in einer Presseaussendung als Grund für die Werbemaßnahme der FPÖ ein "mangelndes Publikumsinteresse bei den bisherigen Wahlauftritten der Freiheitlichen" und sprach von einem "Akt der Verzweiflung".

"Teilnahme erkaufen"
Dass sich die FPÖ mittlerweile schon die Teilnahme von Besuchern ihrer Wahlveranstaltungen "erkaufen" müsse, sei ein neuer "Tiefpunkt und symptomatisch für den Zustand dieser Partei".

FP-Bodingbauer stellte dazu fest, auch wenn diese Vorgangsweise ungewöhnlich erscheine, so habe die Kremsmünsterer Ortsgruppe durch viele Jahre hindurch bewiesen, dass man hervorragende Gemeindearbeit uneigennützig leisten könne. "Diese Leute verdienen es nicht, jetzt durch den Dreck gezogen zu werden". Die SPÖ sollte sich schämen zu solchen diffamierenden Mitteln zu greifen. Selbst die Landeswahlbehörde von Oberösterreich finde nichts Schlimmes an dieser Aktion. Schließlich werde dadurch niemand verpflichtet, die FPÖ zu wählen.
(apa, red)

25.9.2003 11:27