Mittwoch, 24. September 2003

Wahlkampffinale: Letzter "Motivationsschub" in OÖ

  • Bei allen Parteien Zuversicht so weit das Auge reicht
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Nur noch wenige Tage haben Oberösterreichs Parteien Zeit, ein letztes Mal zu versuchen, ihre Wähler zu mobilisieren. Die Spitzen der Landtagsparteien geben sich und ihren Mitarbeitern dabei offensichtlich noch einen allerletzten "Motivationsschub" für den Endspurt. Und man trifft auf Zuversicht, soweit das Auge reicht.

  • Volkspartei
    LH Josef Pühringer sagt, für seine Partei laufe die Wahlauseinandersetzung "sehr gut", die Ortsfunktionäre seien schon lange nicht so motiviert gewesen. Atypisch sei bei der jetzigen Landtagswahl aber, "dass Bundesthemen so dominieren", stellt Pühringer fest und fügt hinzu: "Ich betrachte das als Kompliment gegenüber mir und der Österreichischen Volkspartei, dass man offensichtlich an unserer Politik in Oberösterreichs nichts auszusetzen hat".

    Was die politischen Mitbewerber anlangt, so sieht Pühringer bei der SPÖ einen Ton, "der aggressiver und schärfer ist als bei sonstigen Wahlauseinandersetzungen". Und die Grünen würden sich erstmals "wie eine ganz gewöhnliche Partei" präsentieren und mit einem "Symbol der Macht" - einem Sessel - werben.

  • Sozialdemokraten
    Oberösterreichs SP-Chef LH-Stellvertreter Erich Haider hebt besonders die "positive Resonanz" der Bevölkerung "auf unseren Kampf gegen den Ausverkauf von öffentlichem Eigentum und gegen den Raubbau am Sozialstaat" hervor. Auch habe großen Zuspruch gefunden, dass die SPÖ einen "Wahlkampf mit Positivthemen" geführt habe, sagt Haider.

    Bei den anderen Parteien sieht der SPÖ-Chef, dass diese sich "in erster Linie Sorgen um Sitzmöbel" machen würden: Pühringer wolle unbedingt seinen LH-Sessel behalten. Der FPÖ unter Günther Steinkellner gehe es vor allem darum, ihren "Regierungssessel" zu halten, und Rudi Anschober von den Grünen wolle "endlich einen Regierungssessel grün anstreichen", formuliert Haider, der aber insgesamt von einem "spannenden und meist fairen Wahlkampf" spricht.

  • Freiheitliche
    Viel Zuspruch und positive Reaktionen stellt Steinkellner im bisherigen Wahlkampf fest. "Der Wind, der uns aus Wien entgegen geblasen hat, war durchaus rau und es erfordert oft viel Arbeit, den Staub wegzukehren, den dieser Wind manchmal aufwirbelt", sagt Steinkellner, "dessen ungeachtet finden wir überall, wo wir hinkommen, Zuspruch zu unseren klaren Positionen".

    Bei der ÖVP würden, stellt Steinkellner weiters fest, im Wahlkampf "klare Inhalte und Programm für die Zukunft vollkommen fehlen". Das einzige Programm sei die Person des Landeshauptmannes. Die SPÖ wiederum ignoriere, meint Steinkellner, die Probleme des Landes völlig, sie beschränke sich weitestgehend auf rein bundespolitische Themen. Und die Botschaft der Grünen, sie würden Anspruch auf den Sessel des Umweltlandesrates erheben, sei - so Steinkellner - eine "glatte Wählertäuschung", da es keine direkte Wahl auf einen Landesratssessel gebe.

  • Grüne
    Anschober verweist darauf, dass man einen "selbstbewussten und themenorientierten Wahlkampf" führe, damit die Wähler ein Zeichen gegen die "drohende VP-Allmacht in Oberösterreich" setzen. Die Stimmung bei allen Veranstaltungen der Grünen sei "sehr positiv, es gibt so breite Unterstützung aus allen Schichten wie nie zuvor".

    Der Wahlkampf der ÖVP reduziere sich nach Ansicht Anschobers darauf, "mit Ansichtskarten-Idylle davon abzulenken, dass Landeshauptmann Pühringer für viele negative Entscheidungen der Bundesregierung mitverantwortlich ist". Die SPÖ-Wahlwerbung - mit den verschiedenen Tieren - würde "wohl besser nach Disneyland passen", meint der Grüne Landeschef. Und zum Wahlkampf-Stil der FPÖ sagt Anschober: "Sie versucht mit den uralten Mustern demagogischer Politik aus dem vergangenen Jahrzehnt wieder zu punkten, wird ihre massive Wahlniederlage damit aber nicht abwenden können". (APA/red)

    24.9.2003 09:55