Dienstag, 23. September 2003

OÖ-Wahlen: Hochburgen starken Veränderungen unterworfen

  • Überdurchschnittliche Verluste und Gewinne

Mit Spannung wird neben dem Gesamtergebnis auch das Abschneiden der Parteien bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Oberösterreich in ihren jeweiligen traditionellen "Hochburgen" erwartet. Denn diese Hochburgen - beispielsweise die großen Städte für die SPÖ, die Landgemeinden für die ÖVP und das Innviertel für die FPÖ - waren bei den vergangenen Wahlgängen jeweils starken Veränderungen unterworfen. Gerade dort waren die jeweiligen Parteien immer wieder von den vergleichsweise höchsten Verlusten betroffen, konnten dort aber später auch wieder überdurchschnittlich hohe Stimmengewinne erzielen.

Bei der Landtagswahl 1997 setzte sich ein Trend fort, der schon bei der Wahl zuvor im Jahr 1991 eingesetzt hatte. Die SPÖ musste deutliche Verluste in ihren "Hochburgen", den Städten und den Umlandgemeinden, hinnehmen. Die ÖVP hingegen verbuchte ihre stärksten Verluste vielfach in den Landgemeinden, die immer als "schwarze Hochburgen" gegolten haben. Die Freiheitlichen konnten wiederum dort, wo sie bis dahin relativ hohe Stimmenanteile gehabt hatten - beispielsweise im Innviertel - am wenigsten dazugewinnen, dafür verbuchten sie dort Stimmengewinne, wo sie bisher eher schwächer vertreten waren. Das selbe galt für die Grünen, wie eine Auswertung der Wahlergebnisse durch die Statistiker des Landes zeigte.

2002: ÖVP holte sich Stimmen von der FPÖ
Der Trend setzte sich beim bislang letzten Wahlgang in Oberösterreich fort, der Nationalratswahl im November 2002 - obwohl traditionell in Oberösterreich die Wahlergebnisse bei Landtags- und Nationalratswahlen für die Parteien jeweils unterschiedlich ausfallen. Dabei konnte die ÖVP vor allem in den freiheitlichen Hochburgen - etwa im Innviertel - Wähler und Nichtwähler der davor liegenden Nationalratswahl für sich gewinnen. Analog dazu hat die FPÖ dort besonders verloren. Ein Beispiel: In Braunau hat die FPÖ 19 Prozentpunkte eingebüßt, die ÖVP konnte hingegen mehr als 16 Prozentpunkte zulegen.

Bei dieser Wahl gelang es der SPÖ laut Auswertung der Statistiker des Landes in deutlich geringerem Ausmaß, Stimmen der Freiheitlichen zu sich zu holen. Am vergleichweise stärksten hat die SPÖ noch in ihren traditionellen Hochburgen zulegen können, den Städten. Ebenfalls etwas besser ging es in den Städten den Grünen - verglichen mit den Landgemeinden. Vor allem dürften sie frühere Stimmen für das Liberale Forum für sich gewonnen haben. (apa/red)

23.9.2003 10:59