Freitag, 26. September 2003

Kinderporno-Razzia: Wiener und Steirer unter 2.300 Verdächtigen!

  • Operation "Marcy": Fahnder schlugen in 166 Ländern zu! 500 Durchsuchungen in Deutschland

Operation "Marcy" - eine der größten Razzias im Kampf gegen Kinderpornos, angeführt von deutschen Fahndern. Im Visier: Hunderte weltweit agierende Händler. Fast zeitgleich schlugen Ermittler in 166 Ländern zu! Sie durchsuchten Wohnungen, beschlagnahmten Computer, CDs, Videos. Unter den 2.300 Verdächtigen (!!) sind auch zwei Österreicher - ein Wiener und ein Steirer.

Mit der Operation "Marcy", bei der ein internationaler Kinderpornoring offenbar gigantischen Ausmaßes gesprengt worden ist, glückte der deutschen Polizei so einer der größten Ermittlungserfolge. Insgesamt gab es Ermittlungen in 166 Ländern, bei denen 38 Tätergruppen zerschlagen wurden. Das bestätigte der zuständige Oberstaatsanwalt Peter Vogt. Von den Ermittlungen sind mehr als 2.300 Beschuldigte betroffen. Vogt zufolge handelt es sich bei den Tatverdächtigen zum Teil um einschlägig Vorbestrafte.

In den vergangenen Tagen wurden allein in Deutschland mehr als 500 Wohnungen durchsucht. Der Schwerpunkt der Fahndung lag auf Nordrhein-Westfalen. Allein bei einem Mann in Bayern seien 26.000 kinderpornografische Fotos entdeckt wurden.

Österreicher unter den Verdächtigen
Die Ermittlungen betreffen "am Rande" auch Österreich. Das sagte Mag. Regine Buchmann, Büroleiterin für Kapitalsittlichkeitsdelikte im Wiener Bundeskriminalamt (BK) zur APA. Demzufolge wurden auf Grund der von den deutschen Behörden übermittelten Datensätze ein Wiener und ein Steirer ausgeforscht.

Die Ermittlungen des Wiesbadener Bundeskriminalamts und regionaler Polizeibehörden in Deutschland liefen seit dem Spätfrühling 2002, sagte Buchmann. Ausgangspunkt waren Hinweise auf einen geschlossenen Internetzirkel mit zwei Hauptverdächtigen. Im Zuge dieser Nachforschungen fanden sich zahlreiche Querverweise in andere Staaten, darunter eben auch nach Österreich. Mehrere Datensätze wurden an die heimischen Ermittler weitergeleitet.

Buchmann zufolge gab es mehrere Hausdurchsuchungen. Manche der Hinweise zu möglichen weiteren Verdächtigen ließen sich "aus computertechnischen Gründen" nicht erhärten. Ein Datensatz werde derzeit noch ausgewertet, so die BK-Expertin. "Auf Grund der weiteren Erhebungen sowohl in Deutschland als auch bei uns kann natürlich noch etwas nachkommen. Nach derzeitigem Wissensstand war es das aber zunächst." (apa)

26.9.2003 09:54