Donnerstag, 25. September 2003

Wiener Pflegeskandal: Mordkommission ermittelt!

  • Ex-Pflegerin eines Geriatriezentrums beging Selbstmordversuch!
  • Lebensmüde sprach von Mobbing und Patiententötung

Der Wiener Pflegeskandal nimmt immer tragischere Formen an: Eine 37-jährige Frau, die im "Geriatriezentrum am Wienerwald" eine Praktikums-Ausbildung absolviert hatte, versuchte sich am Donnerstag durch Einnahme von Beruhigungstabletten umzubringen! Zuvor soll die Frau über schweres Mobbing gegen ihre Person und sogar von einer Patiententötung gesprochen haben.

Am Freitag meldete sich ein AKH-Pfleger bei seinen Vorgesetzten mit einem "Gedächtnisprotokoll", in dem von einer Patiententötung die Rede ist.

Demnach sollen - so der Wiener Krankenanstaltenverbund - zwei Krankenschwestern des AKH berichtet haben, dass die Lebensmüde von Mobbing gegen ihre eigene Person und sogar von einer Patiententötung gesprochen habe. Diese - so der KAV Freitagabend in einer Aussendung - auf "Hörensagen" beruhenden Angaben wurden an die Magistratsdirektion und an die Polizei weiter geleitet. Gleichzeitig begann die Leitung des Geriatriezentrums mit eigenen Erhebungen.

Mordkommission ermittelt
Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die Mordkommission mit Ermittlungen begonnen hat. Die Beamten sollen im Auftrag der Staatsanwaltschaft klären, ob Pflegemängel zu Qualen oder gar zum Tod von Heimbewohnern geführt haben.

Das berichtete die "Kronen Zeitung" in ihrer Freitagausgabe. Dem Blatt zufolge drohen Haftstrafen bis zu zehn Jahren. Da der Großteil der möglichen Zeugen nicht sprechfähig ist, setzen die Ermittler auf die Mithilfe der Angehörigen.

(apa/red)

25.9.2003 18:21