Mittwoch, 24. September 2003

Bildungspolitik: Gehrer wehrt sich gegen Grünen-Kritik

  • Ganztagsbetreuung: Gehrer garantiert 10.000 zusätzliche Plätze
  • Grüne Glawischnig: "Wertefeldzug" der Bildungsministerin

Bildungsministerin Gehrer hat Ende September in der Nationalrats-Debatte des Dringlichen Antrags der Grünen zur Bildungspolitik alle gegen sie erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Bei der Ganztagsbetreuung sicherte Gehrer zu, dass die geplanten zusätzlichen 10.000 Plätze auch entsprechend budgetiert würden. In Sachen Ganztagsschule meinte Gehrer, dass dies jetzt schon möglich sei.

Für Gehrer wesentlich ist die Wahlfreiheit für die Erziehenden. Der Opposition warf sie vor, "Zwangstagsschulen über ganz Österreich" etablieren zu wollen. Den Vorwurf, man investiere im Bereich Schule zu wenig, verstand Gehrer nicht. Man liege in allen Altersschichten über dem OECD-Schnitt, unterstrich die Ministerin.

Bei den Unis wies Gehrer ein weiteres Mal darauf hin, dass 15 Millionen Euro zusätzlich für die Personalkosten zugeschossen würden. Für die Ministerin ist es Ziel, jungen Wissenschaftern auch die notwendige Rückdeckung zu geben - dass alles noch besser ausgestattet werde und dieser Level dann erhalten bleibe. "Auf das Strengste" wies Gehrer die Grünen Vorhaltungen zurück, wonach sie mit ihren Äußerungen in der Generationen-Debatte eine ganze Generation diffamiert habe.

Davor hatte die stellvertretende Grünen-Chefin Glawischnig in der Begründung des Dringlichen Antrags nochmals heftige Kritik an Gehrer geübt. Wörtlich warf sie der Bildungsministerin einen "Wertefeldzug" vor. Statt dessen sollte sich Gehrer um die massiven Beschwerden über die Qualität der Kinderbetreuungseinrichtungen und die immer weiter auseinander klaffende Einkommensschere zwischen Frauen und Männern kümmern.

Bezüglich der Schul- und Universitätspolitik sprach Glawischnig von einer "sehr tristen Situation". Gehrer bleibe trotz aller Hilfeschreie bezüglich des Budgetnotstands vor allem an den Hochschulen "ziemlich unbeeindruckt, ziemlich kühl und exekutiert einen sehr sehr harten Sparkurs, der von Finanzminister (Karl-Heinz) Grasser vorgegeben wurde". (APA/red)

24.9.2003 16:21