Keine Einigung: Fasslabend-Nachfolge im ÖAAB weiter ungeklärt
- Wahrscheinlichste Variante: Ein Duo mit Neugebauer und Amon
- Wiener VP-Chef Finz über "Geheimtreffen" empört
·Postenpoker
Was macht GÖD- Chef Neugebauer?
Im Ringen um die Nachfolge von ÖAAB-Chef Werner Fasslabend ist bei einem Treffen der stärksten Landesorganisationen noch immer keine Entscheidung gefallen. Die Obmänner Oberösterreichs, Niederösterreichs und der Steiermark, Franz Hiesl, Michael Spindelegger und Hermann Schützenhöfer konnten sich offenbar noch auf keine Variante festlegen, wie nach der Sitzung zu erfahren war.
Dass es letztlich zu einem Duo Obmann Fritz Neugebauer und Generalsekretär Werner Amon kommt, wie es Zeitungsberichte als fix berichten, gilt aber mittlerweile als wahrscheinlichste Variante, hieß es zuletzt von führenden ÖAAB-Funktionären.
Zu knacken ist dabei aber noch in jedem Fall der Widerstand der Oberösterreicher, die Beamtenchef Neugebauer nicht an der Spitze des ÖVP-Arbeitnehmerbunds sehen wollen. Offen gegen den GÖD-Vorsitzenden gestellt hat sich auch die Vorarlberger Landesgruppe. Klar für Neugebauer deklariert haben sich die Niederösterreicher.
Wunschkandidat verspürt keine Lust
Das Problem für die Oberösterreicher ist, dass ihr Vorsitzender Hiesl sich zumindest bisher nicht dazu bewegen hat lassen, selbst anzutreten. Definitiv abgewunken haben dürfte Spindelegger - aus privaten Gründen. Und auch der seit langem als Co-Favorit gehandelte Verteidigungsminister und Tiroler ÖAAB-Obmann Günther Platter, angeblich der Wunschkandidat von Kanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP), soll alles andere als Lust auf den Posten des ÖAAB-Chefs verspüren. Darin unterscheiden sich die drei von Neugebauer und dem früheren JVP-Chef Amon, deren Ambitionen unbestritten sind.
Bei Neugebauer stellt sich intern in erster Linie das Problem, dass der Beamten-Chef nicht daran denkt, seinen Posten als GÖD- Vorsitzender aufzugeben. Einzig den ÖGB-Vize und den Vorsitz in der Fraktion Christlicher Gewerkschafter würde er zur Verfügung stellen, heißt es aus der Gewerkschaft.
Finz über "Geheimtreffen" empört
Der Wiener VP-Chef Alfred Finz ist über die Vorgangsweise bei der Kür des neuen ÖAAB-Obmanns empört. Konkret geht es ihm darum, dass gestern Abend nur die drei stärksten Landesgruppen (Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark) zu einer Geheimsitzung zusammengetroffen sind, um intern die Nachfolge von Werner Fasslabend zu diskutieren. "Wir wollen bei diesen Treffen dabei sein."
Für Finz ist es kein Zufall, dass sich gerade jene drei Landesgruppen getroffen haben, die eine Kür von Beamtenchef Fritz Neugebauer verhindern wollten. Angesprochen darauf, dass zumindest Niederösterreich für den GÖD-Vorsitzenden plädiere, meinte der Wiener VP-Obmann, er kenne sich im ÖAAB schon aus. Er selbst zeigte jedenfalls klare Präferenzen für Neugebauer: "Ich kann ihn mir vorstellen als besten Nachfolger."
Für Finz ist jedenfalls klar, dass man im ÖAAB bei der Obmann-Wahl nur gemeinsam vorgehen könne. Es gebe eine Wahlvorschlagskommission, die hier eine Entscheidung zu treffen habe. Diese Aufgabe könne nicht eine kleine Gruppe wahrnehmen, ärgerte sich Finz über das Dreiertreffen. (apa/red)
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