Kondomhersteller-Studie: Der Austro-Sex 2003!
- Durex hat erhoben, wie oft man in Österreich zur Sache kommt, welche Berufe am erotischsten wirken und mit welchem Star Frau und Herr Österreicher gerne Sex hätten!
Durex Report: Seit sieben Jahren schon befragen die Gummi-profis aus Großbritannien via Internet Hunderttausende Menschen in aller Welt nach ihren sexuellen Vorlieben und Gewohnheiten, seit letztem Jahr findet auch Österreich Beachtung auf der Erotiklandkarte des Konzerns. Erstaunliches tritt da zu Tage...
Sind es noch immer die Nachwirkungen der realsozialistisch verordneten Unverklemmtheit? Ist es postkommunistische Aufbruchsstimmung? Oder ganz schlicht eine Auswirkung des exzessiven Paprikagebrauchs in der Küche? Wie auch immer, fest steht, dass unsere ungarischen Nachbarn zu den fleißigsten Erotikern der Welt gehören. Überdurchschnittliche 152 Mal im Jahr tritt der durchschnittliche Ungar an, seinem/seiner Liebsten auf sehr körperliche Weise Zuneigung zu vermitteln - Weltrekord! Österreich, das mit Ungarn früher einmal noch wesentlich mehr gemein hatte als einige hundert Kilometer Grenze, rangiert in dieser Statistik indes nur im Mittelfeld: Gerade 123 Mal im Jahr, also um ein Fünftel seltener, kommt man bei uns zur Sache. Aber noch immer öfter als Lieblingsnachbar Deutschland mit bescheidenen 120 Mal/Jahr! Schlusslicht der internationalen Sexstatistik: Singapur mit bescheidenen 96 Koiten pro Saison.
Der Durex Sex Survey 2003
Erhoben wurde das so pikante wie brisante Zahlenmaterial von einer Firma, die selbst ein höchst vitales Interesse daran hat, dass den Menschen nicht die Lust auf die Liebe vergeht: dem Kondomhersteller Durex. Seit sieben Jahren schon befragen die Gummiprofis aus Großbritannien via Internet Hunderttausende Menschen in aller Welt nach ihren sexuellen Vorlieben und Gewohnheiten, seit letztem Jahr findet auch Österreich Beachtung auf der Erotiklandkarte des Konzerns. Etwa 1.600 Österreicher haben heuer mitgestimmt und ihre Erfahrungen eingebracht, viele der Ergebnisse sind, gelinde gesagt, überraschend.
Koitus und Glück
Was die reine Koitusanzahl pro Jahr betrifft, so gehen heuer gleich die ersten sechs Plätze an Staaten des ehemaligen Ostblocks - die übrigens allesamt heuer das erste Mal mitstimmen durften. Ungarn (152- mal), Bulgarien (151), Russland (150), Serbien-Montenegro (147), Kroatien und Tschechien (je 144) weisen Resteuropa den erotischen Weg.
Setzt man die bloße Zahl der Kraftakte allerdings in Verbindung mit dem Glücksgefühl, das den Menschen ihr Liebesleben vermittelt, so zeigt sich doch ein ganz anderes Bild. Hier liegen überaschenderweise ostasiatische Länder vorn. 92 Prozent aller Thais und 90 Prozent der Vietnamesen sind mit ihrem erotischen Dasein glücklich und zufrieden, obwohl sie nur verhältnismäßig seltene 105 bzw. 104 Mal pro Jahr miteinander das Kopfkissen teilen. Am anderen Ende dieses Rankings: Russland und Finnland, wo gerade sechs von zehn Befragten mit ihrem Liebesleben zufrieden sind. Nicht viel besser allerdings auch die Austroquote: 65 Prozent, so der Sex-Survey, sind mit ihrer Sex-Performance glücklich, weit unter dem internationalen Durchschnitt von 73 Prozent. Für die Sexualtherapeutin Sandra Gathmann ein klares Signal dafür, wie sehr die Leistungsgesellschaft bereits in den Schlafzimmern Einzug gehalten hat: "Sex wird heute immer öfter mit Leistung gleichgesetzt. Es wird nicht mehr gefragt, wie man sich dabei eigentlich fühlt." Tut man es dann doch, so fällt auf, dass vor allem in jenen Ländern, in denen es einen ganzheitlicheren Zugang zum Thema Sex gibt, auch das empfundene Glück größer ist.
Brasilianer sind sexy
Nicht unoriginell das Ergebnis der Frage, welche Landleute die Österreicher am erotischsten finden. Neben uns selbst (24 Prozent meinen, dass der Homo austriacus am meisten antörnt) gehört unser Herz vor allem Brasilianern (14 Prozent), Spaniern (13 Prozent) und Franzosen (acht Prozent). Italiener hingegen findet bei uns gar niemand sexy.
Der Sex von Hollywood
Wenig überraschend antworteten die Österreicher bei der Suche nach den erotischsten internationalen Stars. Bei den männlichen Anwärtern siegte Samtauge George Clooney eindeutig vor dem Haudrauferotiker Vin Diesel. Der internationale Sieger, der englische Fußballgott David Beckham, kommt hierzulande nur auf Rang drei.
Bei den weiblichen Stars gewann Halle Berry vor Catherine Zeta-Jones, Shakira und Jennifer Lopez, die im internationalen Ranking ganz vorne lag.
Und auch punkto beliebteste Sexstellung gibt es nur wenig Außergewöhnliches zu vermitteln. Der Österreicher liebste Position ist die Reiterstellung mit 30 Prozent Zustimmung (im internationalen Gesamtranking 29 Prozent, ebenfalls Platz 1) - ob aus männlicher Faulheit oder weiblichem Dominanzgebaren bleibt leider unbeantwortet. Platz zwei gehört der so genannten Hündchenstellung - der Koitus a tergo wird von 23 Prozent der Befragten favorisiert, die Missionarsstellung von 22 Prozent.
Haben Sie schon einmal ...
Wesentlich spannender und teilweise auch tiefgründiger die Austro-Ergebnisse bei den so genannten "Beichtfragen". So erklärten beeindruckende 52 Prozent der Österreicher, sie hätten schon einen One-Night-Stand gehabt (internationaler Durchschnitt: 45 Prozent; Spitzenwert: Island mit 71 Prozent).
38 Prozent bekannten, schon einen Orgasmus vorgetäuscht zu haben - interessanterweise auch zwölf Prozent der Männer.
Telefon- oder Computersex hatten bereits 29 Prozent, Sex mit dem Partner des besten Freundes 18 Prozent und mit einem gleichgeschlechtlichen Partner immerhin zehn Prozent. "Vor allem das One-Night-Stand- und das Computersex-Ergebnis zeigen, dass der Sex in unserer Gesellschaft immer mehr beschleunigt wird", so Therapeutin Sandra Gathmann. "Die klassischen Elemente des Werbens finden immer seltener statt, alles muss sehr rasch gehen."
Reizwäsche und Ärzte sind sexy!
Auch sexuelle Hilfsmittel finden immer öfter Verwendung in den heimischen Spiel-Zimmern. Nur ein Fünftel der Befragten hat noch nie Erotikspielzeug verwendet. 45 Prozent bauen auf die Wirkung von Reizwäsche, 37 Prozent griffen schon zu Gleitmitteln, 33 Prozent verwendeten bereits gefühlsverstärkende Kondome. Handschellen oder ähnliches Fesselwerkzeug fand ebenfalls bereits bei 31 Prozent der Österreicher erotische Verwendung, mit Vibratoren sammelten 28 Prozent bereits Erfahrungen.
Nicht minder spannend: welche Berufe die Österreicher am erotischsten finden. Hier liegen Ärzte bzw. Krankenschwestern sowie Rockstars mit 14 Prozent ganz vorne. Knapp dahinter: Models mit zwölf Prozent. "Ärzte und Schwestern heilen und umsorgen die Menschen und haben dadurch für viele ebenso eine göttliche Aura wie Rockstars", so Sextherapeutin Gathmann. "Außerdem sind sie zumeist unnahbar. Auch deshalb kommen sie so gut an." Absolut unsexy hingegen wirken Lehrer auf die Mehrheit der Bevölkerung - nur zwei Prozent können diesem braven Berufsstand auch erotisch etwas abgewinnen.
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