Spam-Plage: Domain-Inhaber besonders betroffen
- Angreifer nutzen Besonderheiten von E-Mail-Technik aus
·Abwehrkampf
China blockiert 127 Spam-Server
Inhaber eigener Internet-Adressen werden besonders oft von lästigen Spam-Mails geplagt. Die neue E-Mail-Technik erlaubt es, eine sogenannte Catch-All-Funktion zu aktivieren. Damit können alle Mails, in denen etwa der Empfänger falsch geschrieben wurde, an eine bestimmte E-Mail-Adresse weitergeleitet werden. An und für sich sehr nützlich. Doch Spammer verschicken nun oftmals Mails an nicht existente Adressen - alle diese Mails, oftmals hunderte pro Tag, werden automatisch an die Inhaber eigener Domains weitergeleitet!
In der Internet-Newsgroup "de.admin.net-abuse.mail" häufen sich die Klagen der Betroffenen, deren Mail-Box mit hunderten von Spam-Mails zugemüllt werden. Die Spammer, die nach Hinweisen aus der Newsgroup möglicherweise von China aus operieren, nutzen zwei Besonderheiten der E-Mail-Technik aus. Zum einen schicken die Mail-Server von Unternehmen oder Internet-Dienstleistern alle E-Mails an den Absender zurück, wenn der Empfänger unbekannt ist; dies wird als "Reverse Non-Delivery Report" (RNDR) bezeichnet. Zum anderen gibt es im E-Mail-System für private Internet-Adressen ein als "catch-all" bezeichnetes Verfahren, bei dem Mails an jede beliebige Adresse wie erfunden@domain.de an den Inhaber mit der festen Adresse postmaster@domain.de weiter geleitet werden.
Diese Funktion lässt sich von den Providern der Mail-Server abschalten, so dass nur Mails an tatsächlich eingerichtete Postfächer durchgelassen werden. Wenn der Internet-Dienstleister das in einigen Situationen durchaus sinnvolle "catch-all" nicht deaktiviert hat, gibt es die Möglichkeit, in der eigenen Mail-Verwaltung die Post für postmaster@domain.de an eine eigene Webmail-Adresse weiterzuleiten. Dort kann der E-Mail-Müll dann auf einen Schlag gelöscht werden. (pte/red)
