Mittwoch, 17. September 2003

Aufbauarbeit: Hermann Maier rüstet für den Winter

  • Powerplan: Radeln, stemmen, dehnen – acht Stunden pro Tag.

Herminator is back. Wie sich der Doppelolympiasieger und dreifache Gesamtweltcupgewinner auf seine erste volle Saison nach dem fatalen Motorradcrash vor zwei Jahren vorbereitet.

Der Wirbel um seine Person ist ungebrochen. Egal wo Österreichs Skikaiser Hermann Maier auch hinkommt. Szenenbeispiel, vergangener Samstag am Fußballplatz der südsteirischen Gemeinde Fernitz. Mit Blaulicht und zwei Polizeiwagen wurde der dreifache Gesamtweltcupsieger zum Ort des Geschehens eskortiert. Dort angekommen, ging es sofort hoch her. Der Herminator musste auf einer improvisierten Baustelle mit Lehrlingen um die Wette mauern. Kein Problem für den gelernten Polier aus Flachau.

Denn körperlich fühlt sich Maier zwei Jahre nach seinem schweren Motorradunfall und fünf Wochen vor dem Start in den neuen Weltcupwinter weitaus besser als vor ein paar Monaten. Obwohl er im Interview mit NEWS sofort einschränkt und bewusst versucht, die Erwartungen tiefer zu schrauben: „Ich muss mich erst wieder Schritt für Schritt herantasten, und ich bin auf keinen Fall schon in der Form wie vor dem Unfall. Ich brauch sicherlich noch einen Winter.“ Den Unfall hat er psychisch bestens verarbeitet, körperlich werden freilich für immer Wunden bleiben: „Ich hab mich damit abgefunden, dass es vermutlich nie mehr so werden wird, wie es einmal war.“

Noch mehr Muskeln. Was die Vorbereitungen betrifft, setzt Maier, wie schon während sei-ner ganzen Karriere, neue Maßstäbe. Unter strenger Beobachtung von Heinrich Bergmüller, dem Leiter des Olympiastützpunktes Obertauern und seit über sechs Jahren zuständig für die körperliche Fitness des Ski-Superstars: „Ich bin immer wieder von seiner Bereitschaft, Motivation und seiner Hingabe fasziniert. Das unterscheidet ihn von anderen Spitzensportlern. Der Hermann ist für mich der absolute Erfolgstyp.“ Maiers Geheimnis liegt in seiner Geduld und in seiner Konsequenz.

Seit zwei Wochen hat Bergmüller das Training extrem angezogen. Zweimal täglich, mindestens acht Stunden, sieben Tage die Woche. Fazit: Von der Kraft her hat Maier kaum noch Schwächen. Gewisse Muskelpartien sind sogar noch besser als vor dem Unfall ausgeprägt. Nur was die Beweglichkeit betrifft, fehlen dem Herminator noch 20 bis 30 Prozent zu seiner Topform. Kein Grund zur Beunruhigung, wie Bergmüller umgehend bestätigt: „Durch seinen Unfall wird er da immer Defizite haben. Aber er hat gelernt zu kompensieren.“ Wie weit Maier wirklich ist, hat er beim Sommertraining Anfang August in Neuseeland gezeigt. Bei den Super-G-Zeitläufen war er immer bei den Schnellsten. Maier-Trainer Andi Evers: „Er ist zwar noch nicht ganz der Alte, aber er hat einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen. Und was das Wichtigste ist, er hat vor allem das ganze Programm mitgemacht.“

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
PLUS: Maiers Weg zurück zur Bestform
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17.9.2003 16:30