Klima-Verschiebungen: Zahltag für Viktor K.
- Weshalb die Scheidung auf sich warten lässt.

Klima gegen Klima. Jetzt droht der brutale Rosenkrieg: Der Exkanzler zahlt zu wenig Unterhalt. Und Sonja hat sich ausgerechnet Haiders Anwältin für die Scheidung genommen.
Einer zumindest, so dürfte Viktor Klima, 56, im Gefolge seiner Auswanderung nach Argentinien sicher gewesen sein, werde ihn in der Ferne nicht mehr behelligen: Jörg Haider nämlich, der traumatische Widerpart, der anno 1999 per Wahlsieg all das Weitere herbeigeführt hatte: das Ende der SP-Kanzlerschaft nach 30 Jahren; Klimas Rücktritt und Neudisposition als Autoverkäufer; das Ende der Ehe mit Sonja Klima nach sieben Jahren samt Neube-ginn vor zwei Jahren mit einer gewissen argentinischen Claudia, 31.
Haiders Anwältin für Sonja Klima. Jetzt sitzt dem Altkanzler das Trauma wieder fest im Nacken, und zwar in der Gestalt von Haiders zweitlegendärstem Rechtsbeistand (nach dem derzeit anderweitig unabkömmlichen Dieter Böhmdorfer): Um die sich ungebührlich schleppende Scheidung zu befördern, hat sich Sonja Klima, 40, eine neue Anwältin genommen.
Ihr Name: Dr. Huberta Gheneff-Fürst, ihres Zeichens Hai-der-Anwältin und Teilhaberin der Kanzlei Dieter Böhmdorfer, wird nun ihre Schriftsätze an Viktor Klima über das Meer schicken. Dr. Gheneff ist in brutale Causen eingearbeitet: Sie vertritt derzeit auch „Krone“-Capo Hans Dichand in seinem Rechtsstreit gegen den Ko-Ei-gentümer WAZ und führt eine Reihe weiterer hochkarätiger
Politprozesse.
Beginn des Rosenkriegs? Weshalb sich Frau Klima ausgerechnet die Advokatin des Gottseibeiuns nahm, zu diesem Zweck gar die SP-nahe Dr. Margit Kaufmann entließ? Auf Anfrage schüttelt Sonja Klima, die sich ums Florieren einer soeben mit Unternehmensberater Hans Bachmann gegründeten PR- und Eventfirma bemüht (NEWS berichtete exklusiv in Nr. 37), den attraktiven Kopf: „Politik spielt keine Rolle. Ich habe Frau Doktor Gheneff über einen gemeinsamen guten Freund bei einem Abendessen kennen gelernt und fand sie auf Anhieb sympathisch. Und ihr ging es ebenso.“
Dem Altkanzler, der vor drei Monaten mit einem außerehelichen Kind erfreut wurde, besonders rachsüchtig gesonnen zu sein, bestreitet sie. Und auch Anwältin Gheneff beschwichtigt: „Eine Scheidung ist keine politische Angelegenheit. Und überhaupt vertrete ich Klienten aller Couleurs.“ In der Tat ist sie auch die Anwältin der Wiener Städtischen Versicherung.
Folgt man jedoch der Fama, so war der betrogenen Frau Klima die Gangart ihrer bisherigen Vertretung nicht energisch genug. Die öffentlich weniger bekannte Scheidungsanwältin Margit Kaufmann hatte den Fall im Frühjahr übernommen und – trotz Ankündigung – bis Ende August keine brauchbare Verhandlungsgrundlage zwischen den Kontrahenten gezimmert. Von Huberta Gheneff-Fürst verspricht sich Frau Klima härtere Bandagen im drohenden Rosenkrieg.
Die Taktik des Viktor K. Das Wort Rosenkrieg ist keineswegs zu tief gegriffen. Zunehmend interpretationsbedürftig nämlich erscheint der Noch-Gattin die Taktik des Altkanzlers in der überfälligen Scheidungs-Causa. Wie es scheint, weiß Klima das von der SPÖ einst in langen Kämpfen errungene Scheidungsrecht nicht zu würdigen: Schon anno Broda wurde den Ehepartnern die einvernehmliche, jede Verschuldensfrage ausklammernde Scheidung ermöglicht.
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