IHS-Felderer: Für EU-Konjunktur vorsichtig optimistisch
- Sorge um Bevölkerungsentwicklung: 2030 schon Schwund von 1% im Jahr
Der Leiter des Instituts für Höhere Studien (IHS), Bernhard Felderer, zeigte sich "Im Journal zu Gast" bezüglich der EU-Konjunkturentwicklung vorsichtig optimistisch. Die gute Entwicklung in den USA könne an Europa nicht spurlos vorbeigehen.
Anders als im Frühjahr 2002, wo zwar die Aktienkurse, nicht aber die Gewinne der Betriebe gestiegen seien, sei nun beides im Steigen begriffen, meinte Felderer. Für das dritte Quartal seien die Zahlen für Europa allerdings "noch nicht so berauschend".
Europa: Unflexiblere Arbeitsmärkte
Die Unterschiede zwischen Europa und den USA würden sich vor allem aus den unflexibleren europäischen Arbeitsmärkten erklären, deshalb würden Schocks wie 2001 sich stärker auswirken. Die IHS-Prognose für das Wachstum im heurigen Jahr liege jedenfalls bei 0,9 Prozent, für das kommende Jahr bei knapp über zwei Prozent, so Felderer.
Besorgt zeigte sich Felderer über die langfristige Bevölkerungsentwicklung. 2030 werde der Bevölkerungsschwund in Europa schon ein Prozent pro Jahr betragen. Durch Migration könne dieses Problem nicht gelöst werden, da wären auch die Aufnahmekapazitäten zu gering.
Die Entscheidung, ein Kind zu bekommen oder nicht, hänge sehr stark von den Rahmenbedingungen ab, betonte Felderer in diesem Zusammenhang. Ändern müsse sich auch die gesellschaftliche Haltung ändern: Es müsse klar sein, dass nicht nur die Mutter, die daheim bleibe, eine gute Mutter sei, sondern auch jene, die ihr Kind erst am Nachmittag um fünf Uhr abhole.
(apa, red)
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