Frankreich - Fieberhaftes Ringen um Alstom-Rettung
- EU-Kommissar und französischer Wirtschaftsminister sagen Reisen ab
- Montag läuft Brüsseler Ultimatum aus
Wegen der fieberhaften Rettungsbemühungen um den schwer angeschlagenen Alstom-Konzern haben der französische Wirtschaftsminister Francis Mer und EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti geplante Auslandsreisen abgesagt. Mer fliegt am Wochenende nicht zum Treffen der G-8-Finanzminister nach Dubai; Monti annullierte eine Italienreise, um weiter mit Paris verhandeln zu können.
Am Montag läuft das Ultimatum der EU-Kommission aus: Bis dahin muss Paris ein mit den EU-Wettbewerbsregeln konformes Rettungsszenario vorlegen. Wettbewerbskommissar Mario Monti hatte den ursprünglichen Plan der französischen Regierung abgelehnt, dessen Kernpunkt der Einstieg des Staates als Hauptaktionär war. Für Wirtschafts- und Finanzminister Mer habe die Sorge um das Unternehmen Vorrang, begründete ein Ministeriumssprecher die Absage der Reise zum G-8-Treffen.
Alstom mit seinen weltweit 110.000 Mitarbeitern ist in der Verkehrstechnik sowie dem Kraftwerks- und Anlagenbau tätig. Im letzten Geschäftsjahr machte der Konzern 1,4 Milliarden Euro Verlust und sitzt auf einem Schuldenberg von rund 5 Milliarden Euro.
(apa)
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