Bier-Riese: Interbrew übernimmt Münchner Spaten
- Die Belgier zahlen zwischen 477 und 533 Mio. Euro

Der belgische Brau-Riese Interbrew wird mit dem Einstieg bei der Traditionsbrauerei Spaten-Franziskaner zum größten Brauer in Deutschland. Spaten bringt dazu seine Aktivitäten mit den Marken Spaten, Franziskaner und Löwenbräu in ein Gemeinschaftsunternehmen mit den Belgiern ein. Interbrew kommt durch den Abschluss in Deutschland nach eigenen Angaben künftig auf einen Marktanteil von 11 Prozent.
Nach 606 Jahren Eigenständigkeit bringt Spaten sein Biergeschäft mit Marken wie Spaten, Franziskaner und Löwenbräu in ein Gemeinschaftsunternehmen mit den Belgiern ein. "Das ist das richtige Geschäft zum richtigen Preis in einem Schlüsselmarkt", sagte Interbrew-Chef John Brock. Dinkelacker-Schwabenbräu, an der Spaten mittelbar die Mehrheit hält, wird direkt an die Interbrew-Tochter Becks (Bremen) verkauft.
Die weltweit zweitgrößte Brauerei, Interbrew, wird bei Spaten einsteigen und die Bieraktivitäten komplett übernehmen. Das börsennotierte belgische Unternehmen besitzt in Deutschland bisher die Marken Beck's, Hasseröder und Diebels Alt. Spaten-Löwenbräu ist mit seinen Marken Spatenbräu, Franziskaner Weißbier Löwenbräu und Dinkelacker auch international bekannt.
Damit erreicht die Konsolidierungswelle auf dem deutschen Biermarkt einen neuen Höhepunkt. Zuvor hatte sich bereits unter anderem die Paulaner-Gruppe von Schörghuber mit dem Heineken-Konzern verbündet.
Den Angaben zufolge ist die Transaktion mindestens 477 Mio. Euro schwer; abhängig von den Spaten-Geschäftsergebnissen 2004 können daraus bis zu 533 Mio. Euro werden. Die Spaten-Gruppe wird sich den Angaben zufolge auf das Immobiliengeschäft konzentrieren und im Gegenzug für den Verkauf ihrer auf das Jahr 1363 zurückgehenden Biersparte 13 Prozent an Interbrew Deutschland halten.
11% Anteil am deutschen Biermarkt
Der neue Brauereiriese soll in Deutschland mit einem Produktionsvolumen von 15,6 Mio. Hektolitern und 11 Prozent Anteil am deutschen Biermarkt zum Branchenführer aufsteigen. Wenn Aktionäre und Kartellbehörden dem Plan zustimmen, soll der Zusammenschluss in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres stehen.
Die Spaten-Brauereien sind bisher weit gehend in Familienbesitz; 12 Prozent der Anteile werden an der Börse gehandelt. Interbrew erwirtschaftete mit 35.000 Beschäftigten und mehr als 200 Biermarken im vergangenen Jahr knapp 7 Mrd. Euro Umsatz. (APA/Red.)
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