Mittwoch, 17. September 2003

Frauen-Beschäftigungsquote mit 60,1 Prozent über EU-Schnitt

  • EU-weit 55 Prozent - Sechs Millionen zusätzliche Frauenarbeitsplätze bis 2010 gesucht

Österreich liegt mit seiner Frauen-Beschäftigungsquote von 60,1 Prozent über dem EU-Schnitt (54,9 Prozent). Lob gab es dafür von Luisella Pavan-Woolfe, Direktorin der Europäischen Kommission für Beschäftigung und Soziales.

Eurostat hat die "Beschäftigungsquote - weiblich - Anteil der erwerbstätigen Frauen im Alter von 15 bis 64 Jahre an der weiblichen Gesamtbevölkerung derselben Altersgruppe" erhoben (Wert 2001).

An der Spitze liegt mit 72,4 Prozent Schweden, gefolgt von Dänemark (72) und Finnland (65,4 Prozent). Am unteren Ende der Skala rangieren Griechenland (40,9), Italien (41,1) und Spanien mit 43 Prozent.

Ziel in Österreich erreicht
In den EU-Ländern werden sechs Millionen zusätzliche Arbeitsplätze für Frauen bis 2010 gesucht - dann wäre das Ziel einer allgemeinen Frauen-Beschäftigungsquote von 60 Prozent erreicht. Österreich hat mit seinem Wert von 60,1 Prozent den ersten Teil der EU-Hausaufgaben im Bereich der Gleichstellung zwar erledigt.

Probleme
Dennoch, so die EU-Expertin, seien beim Thema Berufsaufstieg, vor allem aber bei den Einkommen, die geschlechtsspezifischen Unterschiede auch in Österreich noch immer hoch.

Europa habe in den vergangenen Jahren die Frauenförderung vorangetrieben, aber nach wie vor seien nur halb so viele Frauen wie Männer in leitenden Positionen und sie hätten drei Mal geringere Chancen, in Chefetagen vorzudringen. Frauen müssten, so Pavan-Woolfe, im Schnitt um 16 bis 23 Prozent mehr verdienen, um die geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede abzubauen. Dazu komme, dass Frauen armutsgefährdeter seien als Männer, besonders ältere Frauen und Alleinerzieherinnen.
(apa, red)

17.9.2003 09:28