Dienstag, 16. September 2003

NÖM zieht sich aus der Börse zurück

  • Der Grund: Zu geringe Aktien-Streuung

Der Wiener Börse kommt ein weiterer Industrietitel abhanden. Der niederösterreichische Molkereikonzern NÖM AG wird sich von der Börse zurückziehen. Dies wurde vom Aufsichtsrat am Dienstag beschlossen. In der Sitzung wurde bereits die Abgeltung für den Streubesitz fixiert: Den Streubesitz-Aktionären wird ein Abfindungsangebot zum Wert von 22,62 Euro je Aktie unterbreitet.

Dem steht ein aktueller Börsenkurs von 15,30 Euro gegenüber, dieser Kurs wurde zuletzt am 11. September festgestellt. Die Abspaltung bedarf der Zustimmung der Hauptversammlung, die im Oktober stattfinden wird. Der Streubesitz hat nur mehr rund 1,3 Prozent betragen. Auch der Aktienkurs hatte die Gremien nicht befriedigt.

Die NÖM-Aktien werden praktisch zur Gänze von Hauptaktionären gehalten: 63 Prozent gehören der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, mit 25 Prozent ist der italienische Milchriese Parmalat beteiligt, rund 10,5 Prozent gehören niederösterreichischen Milchgenossenschaften.

Auf Grund der geringen Streuung sei es "daher nicht mehr zielführend, die Börsennotierung der NÖM-Aktie aufrecht zu erhalten", teilte die NÖM AG am Abend mit.

NÖM-Aufsichtsratsvorsitzender und Generaldirektor der Raiffeisen- Holding NÖ-Wien Erwin Hameseder: "Die Rahmenbedingungen am Finanzmarkt werden der Betriebsleistung der NÖM AG nicht gerecht. Trotz deutlich gestiegener Ergebnisse in den letzten Jahren hat sich der Aktienkurs nicht wunschgemäß entwickelt."

Um die Wege für neue Investitionen und internationale Partnerschaften im Hinblick auf die EU-Erweiterung am 1. Mai 2004 zu ebnen, müsse die Eigentümerstruktur der NÖM AG gestrafft werden, hieß es in der Mitteilung weiter. (apa)

16.9.2003 19:41