Dienstag, 16. September 2003

Ankerbrot: Gläubiger stimmten dem Ausgleich zu

  • Stille Teilhaber müssten sich mit 5 Prozent zufriedengeben - ihre Zustimmung fehlt noch
  • O.k. ist notwendig bis 3. Oktober

Die Fortführung des insolventen Wiener Backunternehmens Ankerbrot ist gesichert. Die Gläubiger haben am Mittwoch bei der entscheidenden Tagsatzung dem Ausgleich zu 100 Prozent zugestimmt. Die Gläubiger erhalten eine 40-prozentige Quote, davon zehn Prozent als Barquote, die beim Ausgleichsverwalter zu hinterlegen ist.

Die zweite Teilquote von zehn Prozent ist am 1. August 2004 fällig, die beiden weiteren Raten von jeweils zehn Prozent müssen im Laufe des Jahres 2005 fließen.

Offen ist allerdings noch die Zustimmung der von Kapital & Wert vertretenen 1.200 stillen Teilhaber, die, wie berichtet, insgesamt 16,6 Millionen Euro bei Ankerbrot eingebracht haben. Den Betroffenen wird eine Quote von fünf Prozent auf das verlorene Gesellschafterkapital geboten, der erzielte Steuervorteil der vergangenen Jahre bleibt aber erhalten.

Frist: 3. Oktober
Voraussetzung für die Annahme des Ausgleiches ist, dass alle stillen Teilhaber bis 3. Oktober dieses Jahres dem Angebot zustimmen, anderenfalls droht der Konkurs und damit auch der Verlust des Steuervorteils. Bei Ankerbrot geht man davon aus, dass das Ausgleichsverfahren Ende November 2003 aufgehoben werden kann.

Mit der Annahme des Ausgleiches und dem geplanten Sanierungskonzept sei, so das Unternehmen, die Basis für den Erhalt der rund 1.700 Arbeitsplätze geschaffen. Wie berichtet wurden im August 220 Mitarbeiter gekündigt.

Wesentlicher Punkt der Sanierungsmaßnahmen ist die Redimensionierung des Filialnetzes. Durch die Konzentration auf Wien, Niederösterreich und Teile der Steiermark könne die Frische der Produkte besser sichergestellt werden, so das Unternehmen. Insgesamt verbleiben im Unternehmen rund 180 Standorte.
(apa)

16.9.2003 13:53