Dienstag, 16. September 2003

Austria Tabak: Neue Verpackungen werden Raucher nicht verändern

  • Große Warnhinweise nehmen Hälfte der Zigarettenschachtel ein
  • Gesundheitswarnungen werden laut AT keine Einbußen mit sich bringen

Die Austria Tabak (AT), seit der Privatisierung 2001 eine Tochter des britischen Tabakriesen Gallaher, erwartet sich durch die bevorstehende Neugestaltung der Gesundheitswarnungen auf den Zigarettenpackungen keine Änderungen im Verhalten der Raucher und daher auch keine Absatzrückgänge.

"In einigen Märkten gibt es bereits die neuen Warnhinweise auf den Packungen - und es hat sich nichts verändert", so Stefan Fitz, Tabakindustrie-Chef der kontinentaleuropäischen Division von Gallaher in Wien.

Kurzfristige Erfahrungen in den Niederlanden und Frankreich, wo bereits die neuen Gesundheitswarnungen zirkulieren, legten diesen Schluss nahe. Die neuen, plakativen Warnhinweise würden auch langfristig keine Abschreckungswirkung erzielen.

Nie mehr "light" und "mild"
Ab 1. Oktober muss laut einer neuen EU-Richtlinie auf der Vorderseite der Packungen ein großer Warnhinweis ("Raucher sterben früher") angebracht sein, der etwa die Hälfte des zur Verfügung stehenden Platzes einnimmt. Auf der Rückseite sind weitere Hinweise auf die Gesundheitsschädlichkeit des Tabakgenusses obligatorisch.

Verboten werden von der EU künftig auch Produktbezeichnungen wie "light" oder "mild". Folge: Die Marke "Milde Sorte" muss in "Meine Sorte" umbenannt werden, "Memphis light" wurde bereit zu "Memphis Sky Blue".

Erfolg für Gallaher und Österreich
Der neue AT-Generaldirektor Nigel Simon verteidigte den 2001 getätigten Privatisierungsdeal mit der Republik Österreich. In der öffentlichen Diskussion darüber, ob der erzielte Verkaufspreis für den Verkäufer nicht zu schlecht gewesen sei, "werden Äpfel mit Birnen verglichen", meinte Nigel. Die Kritiker des Deals hätten ihre Kalkulationen auf einer falschen Zahlenbasis vorgenommen. Zum einen werde von einem zu niedrigen Kaufpreis ausgegangen, zum anderen rechne man erwirtschaftete Erträge dagegen, die Gallaher nicht nur in der AT, sondern in ganz Mitteleuropa erziele, sagte Simon. "Es war ein Erfolg für Gallaher und ein Erfolg für Österreich." (apa)

16.9.2003 13:13