Dienstag, 16. September 2003

Erste Zeichen einer Konjunkturbelebung in Deutschland

  • Deutschland hat wohl ersten Schritt aus Rezession gemacht
  • Für 2004 wird eine moderate Erholung erwartet

Die deutsche Wirtschaft hat im Sommer nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) den ersten Schritt aus der Rezession gemacht. Mit etwas mehr Schwung wird die Wirtschaft nach Ansicht der Forscher aber erst im kommenden Jahr wachsen.

"Für das dritte Quartal deuten die Frühindikatoren auf eine leichte Zunahme des realen Bruttoinlandsprodukts hin", heißt es im veröffentlichten IfW-Konjunkturbericht. Das Institut geht dennoch weiter nur von einer Stagnation der Wirtschaftsleistung in diesem und einem Wachstum von 1,8 Prozent im kommenden Jahr aus. "Maßgeblich für die konjunkturelle Erholung sind die Belebung der Weltkonjunktur und die niedrigen Zinsen", schreiben die IfW-Forscher weiter.

Auch die anderen Forschungsinstitute gehen davon aus, dass Deutschland nach zwei Quartalen mit schrumpfendem BIP wieder zu Wachstum zurückkehrt und im kommenden Jahr die seit drei Jahren andauernde Stagnation überwinden kann.

Dazu wird dem IfW zufolge auch das Vorziehen der Steuersenkung auf Anfang 2004 und das Abklingen des Bremseffekts der Euro-Aufwertung auf die deutschen Exporte beitragen. "Verglichen mit den Aufschwüngen der Jahre 1993/94 und 1999/2000 wird der Produktionsanstieg allerdings moderat ausfallen", dämpfen die Forscher die Hoffnungen auf einen dynamischen Aufschwung. 0,6 Prozentpunkte des Wachstums dürften 2004 allein den zusätzlichen Arbeitstagen geschuldet sein.

Die Erholung bleibt dem IfW zufolge auch lange zu schwach, um die Arbeitslosigkeit zu senken. "Die Abnahme der Erwerbstätigkeit wird sich noch bis Mitte 2004 fortsetzen", schreiben die Forscher. Im Jahresschnitt erwartet das IfW 4,516 Millionen Arbeitslose nach 4,405 Millionen in diesem Jahr. (apa/red)

16.9.2003 11:27