Italiener gegen "Teuro": Ein Drittel bestreikten Konsum
- Proteste vor allem in Italien gelungen: Minus 42%
- In Rom betrug die Beteiligung am Boykott 35%
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Ein Drittel der Italiener haben sich am Dienstag dem "Konsumstreik" gegen den "Teuro-Effekt" angeschlossen. Dies erklärten die Konsumenten-Schutzverbände, die mit der Unterstützung des Gewerkschaftsverbands Cgil den Protest organisiert hatten. Der Protest sei vor allem in Neapel gelungen, wo die Einkäufe am Dienstagvormittag um 42 Prozent rückgängig waren, erklärten die Initiatoren.
In Rom betrug die Beteiligung am Boykott 35 Prozent, in Mailand 32 Prozent. Seit Tagen appellieren die Verbraucherorganisationen an die Italiener, heute Restaurants, Kinos und Einkäufe in den Supermärkten zu vermeiden. Broschüren mit Ratschlägen für eine korrekte Verhaltensweise am Tag des "Konsumstreiks" werden verteilt.
An einem Sit-In der Verbraucherschutzorganisationen beteiligte sich auch der italienische Oppositionschef, Francesco Rutelli. Die Mitte-Links-Allianz führt seit Monaten eine scharfe Kampagne gegen die Teuerungswelle, für die die Regierung Berlusconi verantwortliche gemacht wird. "Es ist Aufgabe der Regierung, dafür zu sorgen, dass die Kaufkraft der Italiener nicht von der zunehmenden Inflation reduziert wird", sagte Rutelli.
In Italien betrug die Inflation im August auf Jahresbasis 2,8 Prozent. Die Konsumentenschützer behaupten jedoch, dass die Preisteuerung auf Grund eines unrealistischen Warenkorbs gemessen werde und dass die Inflation in Wirklichkeit mindestens drei Mal so hoch sei.
An der Protestaktion in Rom beteiligte sich auch der Chef des stärksten Gewerkschaftsverbands im Land, der Cgil, Guglielmo Epifani. "Die Regierung muss Maßnahmen ergreifen, um die Preise und die Tarife unter Kontrolle zu halten. Bis jetzt hat das Kabinett Berlusconi nichts unternommen, um die Kaufkraft der Italiener zu verteidigen", bemängelte Epifani. (apa)
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