Dienstag, 16. September 2003

IWF erwartet 2004 Konjunktur-Erholung in der Euro-Zone

  • BIP-Anstieg um 1,9 Prozent für kommendes Jahr prognostiziert
  • Deutschland und Frankreich verletzen Stabilitäts- und Wachstumspakt

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für das kommende Jahr mit einem deutlich anziehenden Wirtschaftswachstum in der Eurozone. Dem vor dem eigentlichen Veröffentlichungstermin bekannt gewordenen so genannten Staff Report zur Eurozone zufolge geht die Organisation von einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,7 Prozent im laufenden Jahr aus, die sich 2004 auf ein Plus von 1,9 Prozent beschleunigen sollte.

Mit Blick auf die Entwicklung der Verbraucherpreise erwartet der IWF eine nachlassende Teuerung, wobei die Inflationsrate 2003 bei 1,9 Prozent und 2004 bei 1,4 Prozent liegen dürfte. Die Arbeitslosenquote sieht der Fonds in beiden Jahren bei 9,1 Prozent. Das deutsche Haushaltsdefizit erwartet der IWF mit jeweils 3,9 Prozent des BIP sowohl 2003 als auch 2004 deutlich über dem Maastricht-Kriterium von 3 Prozent des BIP.

Mit Frankreich dürfte der Organisation zufolge auch die zweitgrößte Volkswirtschaft des Euroraums in beiden Jahren den Stabilitäts- und Wachstumspakt verletzen, wobei der Fonds für 2003 ein Budgetdefizit von 3,9 Prozent des BIP erwartet, für das kommende Jahr von 3,5 Prozent.

Aus dem Umfeld des IWF wurde in Dubai allerdings darauf verwiesen, dass die Zahlen für die Eurozone im World Economic Outlook (WEO) marginal von jenen im Artikel-IV-Papier abweichen könnten. (apa/red)

16.9.2003 10:54