Ausgefunkt: Adcon muss Konkurs anmelden
- Sanierung des Herstellers von digitalen Funkübertragungssystemen gescheitert
- Vorstand: Keine Fortführungsprognose mehr möglich
e Sanierung des börsenotierten Klosterneuburger Herstellers von digitalen Funkübertragungssystemen Adcon Telemetry ist endgültig gescheitert. Der Vorstand musste noch am Montag, dem 15. September, den Gang zum Konkursrichter antreten. Adcon beschäftigte 109 Mitarbeiter per Ende Juni 2003, nach 126 Mitarbeitern Ende Juni 2002.
Der Konkursantrag erfolgte unmittelbar vor einem eigentlich geplanten Zeichnungsbeginn für eine neuerliche Wandelanleihe, die dem Unternehmen dringend nötige Finanzmittel zuführen sollen. Anfang September hätte eine Wandelanleihe über 2 Mio. Euro unter Ausschluss der Bezugsrechte für Altaktionäre aufgelegt werden sollen. Anschließend wäre ein Kapitalschnitt und danach eine Kapitalerhöhung mit öffentlichem Angebot im Ausmaß von 2,7 Mio. Euro geplant gewesen, um die aus den Fugen geratene Finanzstruktur des Unternehmens zu sanieren.
"Eklatante Planabweichungen"
Dass der Technologie-Schmiede keine Chance auf Fortführung eingeräumt wird, begründet der seit 16. Juni 2003 amtierende Sanierungsvorstand Felix Primetzhofer mit einer Patronatserklärung für die Frankreich-Tochter Adcon RF Technology, die nicht bezifferbare Risken bringen könnte, weiters mit "eklatanten" Planabweichungen im US-Geschäft und hohen Lagerständen bei den Zwischenhändlern, die den Ausblick für 2003 und 2004 "substanziell" verschlechterten, mit auslaufenden Rahmenverträgen ohne Aussicht auf Verlängerung bzw. Neugeschäft sowie mit drohenden Rechtsstreitigkeiten mit Auslandsfirmen.
Per Ende Juni 2003 beschäftigte Adcon 109 Mitarbeiter, 25 Leute waren zuvor nach einem erst kürzlich erfolgten Management-Buy-Out (MBO) bei der niederländischen Tochter weggefallen.
Adcon notiert an der Frankfurter Börse. Der Konkursantrag wird beim Handelsgericht Klosterneuburg eingebracht
AT&S wurde von Insolvenz nicht informiert
Nicht nur für die Streubesitzaktionäre, sondern auch für den 4,6-Prozent-Aktionär AT&S kam der Konkursantrag der Klosterneuburger Adcon ohne Vorwarnung: "Wir sind von dem Insolvenzantrag überrascht worden", sagte der Sprecher des steirischen Leiterplattenherstellers AT&S, Reinhold Oblak.
Man habe keine Vorinformation vom Adcon-Management erhalten. "Wir werden nun in unseren Gremien die nächsten Schritte beraten", so der Sprecher, ohne nähere Angaben über deren Inhalt zu machen.
Die in Frankfurt börsenotierte AT&S war erst Ende 2002 mit 4,6 Prozent bei Adcon eingestiegen, noch voriges Jahr war von weiterem Kooperationschancen die Rede gewesen. Was AT&S der Konkurs der Adcon jetzt kostet, wird noch nicht beziffert. (APA/red)
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