Montag, 15. September 2003

Ölpreis: Erstmals seit Juni unter 26 Dollar gefallen

  • Von OPEC-Meeting werden keine Änderungen erwartet
  • Irak soll laut OPEC-Präsident zu Treffen eingeladen werden

OPEC-Öl kostet erstmals seit Juni wieder weniger als 26 Dollar pro Fass. Für Öl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) mussten am Freitag, dem 12. September, nur 25,94 Dollar (23,22 Euro) je Barrel gezahlt werden, nach 26,48 Dollar am Vortag. Weniger als 26 Dollar hatte OPEC-Rohöl zuletzt am 18. und 19. Juni gekostet, davor am 13. Mai.

In der Vorwoche sank der Preis pro Fass (159 Liter) im Schnitt deutlich auf 26,44 Dollar gegenüber 27,63 Dollar in der Woche zuvor, berichtete das OPEC-Sekretariat. Im August mussten für diese Menge im Schnitt noch 28,63 Dollar gezahlt werden, Ende des Vormonats zeitweise sogar mehr als 29 Dollar. Das Kartell strebt einen Richtpreis zwischen 22 und 28 Dollar an.

4-Monats-Tief
Bis Ende vergangener Woche waren die Ölpreise spürbar auf ein 4-Monats-Tief gesunken, nachdem die US-Erdgasvorräte laut einem Bericht des amerikanischen Energieministeriums stärker als erwartet gewachsen sind. Preisdämpfend wirkte zudem das Ende des Arbeitskampfes in der nigerianischen Ölbranche.

Am Montag, dem 15. September, wurde US-Öl zur Lieferung im Oktober an der New York Mercantile Exchange bis gegen 9.30 Uhr MESZ mit 28,28 Dollar je Fass um einen Cent tiefer und damit praktisch unverändert gegenüber Freitag gehandelt, als die Oktober-Kontrakte deutlich um 1,9 Prozent oder 55 Cent auf 28,27 Dollar nachgegeben hatten. Dies war die niedrigste Schlussnotierung seit dem 12. Mai (27,35 Dollar).

Keine Änderungen durch OPEC-Konferenz
An der Londoner IPE gaben die Brent-Notierungen zur Lieferung im Oktober um 12 Cent auf 26,65 Dollar nach. Die Oktober-Kontrakte haben um 25 Cent auf 26,77 Dollar nachgegeben und im Tagestief sogar 26,25 Dollar je Fass markiert.

Für die am 24. September in Wien stattfindende OPEC-Konferenz gehen Ölanalysten auf Grund der guten Ölversorgung von einem Beibehalten der Förderquoten des Kartells aus.

Irak zu nächstem Treffen einladen
Der Präsident der OPEC, Abdullah bin Hamad Al-Attiyah, ist persönlich der Meinung, dass der Irak zum nächsten Treffen in Wien am 24. September eingeladen werden sollte.

Er plane, demnächst einen Kontakt zum irakischen Ölminister herzustellen und das Land zu besuchen, sagte der OPEC-Repräsentant weiter. Allerdings wollte er kein konkretes Datum dafür nennen und sich auch nicht festlegen, ob der Besuch vor oder nach dem OPEC-Treffen am 24. September stattfinden wird.

Zuvor hatte Al-Attiyah den Standpunkt vertreten, dass Irak erst an OPEC-Treffen wieder teilnehmen sollte, wenn die UNO die neue irakische Regierung anerkannt hat.

Seit der Besetzung des Landes durch die USA ist die OPEC-Mitgliedschaft des Irak ausgesetzt. (APA/red)

15.9.2003 11:56