Freitag, 19. September 2003

Formel 1: Montoya sauer auf "fahrendes Hindernis" Frentzen

  • Kolumbianer wittert Verschwörung gegen sich
  • PLUS UMFRAGE: Dreikampf - wer holt den F1-WM-Titel 2003?

Williams-BMW-Pilot Juan Pablo Montoya wittert laut dem Bericht einer deutschen Tageszeitung eine Verschwörung gegen sich. Dem Kolumbianer, der mit 79 Punkten hinter Ferrari- Titelverteidiger Michael Schumacher (82) auf Platz zwei in der Formel-1-WM liegt, stößt noch immer die 40. Runde des Grand Prix von Italien in Monza sauer auf.

Montoya, der den drittletzten WM-Lauf hinter Schumacher auf Platz zwei beendete, glaubt, dass er vom Sauber-Piloten Heinz-Harald Frentzen beim Überrunden absichtlich aufgehalten wurde. Der vermutete Hintergrund: Sauber bezieht seine Motoren von Ferrari.

Kampflinie gegen Montoya
Nachdem Frentzen seinem führenden deutschen Landsmann großzügig Platz gemacht hatte, fuhr der Gladbacher in der Folge drei Kurven lang Kampflinie und behinderte Montoya. Der Kolumbianer ist deshalb immer noch wütend auf Frentzen: "Er hat mich beim Überrunden im entscheidenden Moment aufgehalten." Auf Grund dieser Aktion wuchs sein Rückstand auf Schumi von 1,2 auf 2,3 Sekunden an, und damit war er nicht mehr im Windschatten des Ferrari. "Danach machte es keinen Sinn mehr zu attackieren", erklärte Montoya gegenüber "Bild".

"Bei Absicht war es Betrug"
Auch BMW-Motorsport-Direktor Theissen kritisierte die Fahrweise des Sauber-Piloten: "Frentzens Fahrweise war legitim, aber nicht besonders geschickt. Er hat bei der Überrundung in die Rennentscheidung eingegriffen." Gerhard Berger, der am Sonntag zum letzten Mal als BMW-Motorsportdirektor im Einsatz war, meinte sogar: "Wenn es Absicht war, dann war es Betrug."

"Rückspiegel waren voller Öl"
Frentzen wehrte sich gegen diese Vorwürfe. "Meine Rückspiegel waren voller Öl. Ich konnte nicht erkennen, ob Webber oder Montoya hinter mir lag. Ich wollte sicher gehen, dass ich nicht Webber vorbeilasse. Da ging's ja um WM-Punkte", wird der Vize-Weltmeister von 1997 in "Bild" zitiert. "Ich habe keine Order bekommen, Montoya aufzuhalten."

(apa)

19.9.2003 09:44
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