Samstag, 20. September 2003

Nach Attentat auf Hashimi: Politikerin außer Lebensgefahr

  • Von vier Kugeln in Bauch, Schulter und Bein getroffen

Die am Samstag bei einem Attentat schwer verletzte irakische Politikerin Akila el Hashimi ist nach einer zweiten Operation in der Nacht endlich außer Lebensgefahr. Hashimi, die Mitglied im irakischen Regierungsrat ist, werde weiterhin intensivmedizinisch betreut.

Der Anschlag war der erste auf ein Mitglied des Regierungsrates seit dessen Einsetzung im Juli. Hashimi wurde irakischen Angaben zufolge von vier Kugeln in Bauch, Schulter und Bein getroffen. Laut einem Arzt und des Sprechers von Hashimi ist ihr Zustand nach einer Operation stabil.

Hashimi war früher Mitglied der entmachteten irakischen Regierungspartei Baath und galt als Vertraute des früheren Vize-Ministerpräsidenten Tarek Aziz; unter Saddam Hussein war sie im Außenministerium für internationale Beziehungen zuständig. Chalabi bekräftigte, dass der Regierungsrat "seine Bemühungen bei der Zusammenarbeit mit der amerikanisch-britischen Koalition verstärken" werde. "Terroristen werden uns nicht einschüchtern", sagte Chalabi.

Die Hintergründe der Schüsse auf die Politikerin blieben jedoch zunächst weiter unklar. Einige Iraker vermuteten frühere politische Weggefährten hinter der Attacke, für die Hashimi nun wegen ihrer Kooperation mit den Amerikanern eine Verräterin sei. Andere glaubten an eine Tat schiitischer Extremisten, weil sich Hashimi als Schiitin keiner schiitischen Partei angeschlossen hat und ohne Kopftuch auftritt. (apa/red)

20.9.2003 19:34