Arabische Liga: Araber befassen UN-Vollversammlung mit Arafat
- Sicherheitsrat habe "bei der Bewahrung des Friedens versagt"
- Arafat schlug erneut Waffenruhe vor
·Israel
Arafat bietet Waffenstillstand an
·Schießerei
Israel: Soldaten töten Palästinenser
Drei Tage nach dem Veto der USA im Sicherheitsrat berät am Freitag die UN-Vollversammlung über eine Resolution gegen eine mögliche Ausweisung von Palästinenser-Präsident Arafat. Der Sicherheitsrat habe "bei der Bewahrung des Friedens versagt", begründeten die arabischen Staaten am Donnerstag ihren Antrag auf eine Sondersitzung.
Arafat schlug unterdessen erneut eine Waffenruhe vor, die Israel jedoch als "Bluff" zurückwies. Der Palästinenser-Präsident habe "als Anführer versagt", sagte US-Präsident Bush in Camp David. Die israelische Armee tötete ein Hamas-Mitglied im Gazastreifen und rückte in Jenin im Westjordanland ein.
Sudans UN-Botschafter Erwa begründete seinen Antrag auf die Sondersitzung mit der "Unfähigkeit des Sicherheitsrats, zu seiner Verantwortung zu stehen". Die USA hatten am Dienstag ihr Veto gegen eine Resolution eingelegt, in der Israel zur Rücknahme einer angedrohten Ausweisung Arafats aufgefordert werden sollte. In der Vollversammlung ist kein Veto möglich, hier genügt die Mehrheit der 191 Mitgliedstaaten. Ihre Resolutionen sind allerdings nicht bindend.
Arafat bekräftigte seinen Willen zu einem Waffenstillstand. Der Palästinenserchef wolle damit nur Zeit gewinnen, konterte der israelische Außenminister Shalom. Präsident Katzav räumte Arafat dagegen noch eine Chance ein: "Wenn Arafat eine Waffenruhe durchsetzt und die terroristischen Strukturen zerschlägt, kann er den diplomatischen Prozess wieder in Gang bringen". Hingegen machte Bush den Palästinenser-Präsidenten für den Stillstand bei den Friedensbemühungen verantwortlich. "Arafat hat als Anführer versagt", sagte Bush auf einer Pressekonferenz mit dem jordanischen König Abdullah II in Camp David.
Im Flüchtlingslager Nusseirat töteten israelische Soldaten ein Mitglied der Ezzedin-al-Kassam-Brigaden, dem bewaffneten Arm der Hamas. Der Mann starb, als sein Haus von Raketen zerstört wurde. 30 Panzer rückten in Jenin und das benachbarte Flüchtlingslager ein, wo die Soldaten mehrere Häuser besetzten. Bei Zusammenstößen wurden mehrere Palästinenser verletzt. (apa)
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