Donnerstag, 18. September 2003

Lindh-Attentat: Richter ordnet 2 Wochen U-Haft an

  • Verhafteter gilt offiziell als "dringend verdächtig"
  • 24-jähriger Mann mit jugoslawischer Herkunft soll Mord angekündigt haben

Zwei Wochen U-Haft! Das ist das vorläufige Urteil des zuständigen Richters über den neuen Hauptverdächtigen im Mordfall Anna Lindh. Nach der Festnahme des 24-Jährigen haben sich die schwedischen Ermittler zuversichtlich über eine Aufklärung des tödlichen Attentats auf Außenministerin Lindh gezeigt. "Wir halten den Mord für aufgeklärt", hieß am Donnerstag.

Der Verdächtige ist laut Gerichtsunterlagen mehrfach vorbestraft. Nach offiziell nicht bestätigten Medienangaben verfügt die Polizei über "sichere technische Beweise" gegen den 24-jährigen Mann. Der Verdacht gründet auf einer am Tatort gefundenen Baseballkappe, an der laut einer Zeitung Haare des mutmaßlichen Täters sowie der ermordeten Außenministerin entdeckt worden seien.

Nach Angaben seines Anwalts Peter Althin bestritt der Verdächtige im Verhör jede Beteiligung an dem Anschlag. "Er hat das Verbrechen nicht gestanden", sagte Althin.

Einem Zeitungsbericht zufolge ist der Verdächtige jugoslawischer Herkunft. Er sei psychisch labil und leicht reizbar. Nach dem Messerattentat soll er in einem Krankenhaus um psychologische Hilfe gebeten haben, aus Platzmangel aber abgewiesen worden sein. Erst fünf Tage vor dem Mord soll er aus einem psychiatrischen Krankenhaus entlassen worden sein.

In seinem Umfeld soll er einen Mord angekündigt haben. Nach Polizeiangaben ist der Mann bereits vorbestraft. Schwedischen Presseberichten zufolge wurde er 1997 wegen eines Messerangriffs auf seinen Vater verurteilt. (APA/red)

18.9.2003 21:56