Britische Zeitung: Saudiarabien erwägt Atombombe
- "Guardian": Strategiepapier der Regierung Riad mit drei Optionen: Eine davon sehe den Kauf von Nuklearwaffen vor
Saudiarabien überlegt den Kauf von Nuklearwaffen - als Antwort auf die Umwälzungen im Nahen Osten. Das schreibt die britische Zeitung. Demnach gibt es ein "Strategiepapier", das die Regierung in Riad "an höchster Stelle" prüfen wolle. Darin würden drei Optionen aufgelistet: Die Beschaffung eigener Nuklearwaffen; ein Bündnis mit Atommächten zum eigenen Schutz; oder ein regionales Übereinkommen für einen nuklearfreien Nahen Osten.
Bisher sei Saudiarabien unter dem nuklearen "Schirm" der USA gestanden, schreibt der "Guardian". Die Beziehung zwischen den beiden Staaten habe sich jedoch verschlechtert, nachdem 15 der 19 Attentäter des 11. September 2001 Saudiaraber gewesen sind. Bisher sei nicht bekannt, ob Saudiarabien sich für eine der drei Optionen entschieden habe. "Aber die Tatsache, dass es bereit ist, die nukleare Option in Betracht zu ziehen, ist eine beunruhigende Entwicklung", kommentiert "Guardian".
Saudis fürchten Iran und Israel
Saudiarabien habe Bedenken gegenüber einem möglichen Atomwaffenprogramm des Iran, erklären UNO-Beamte und Nuklearwaffen-Experten der Zeitung. Auch das Fehlen eines internationalen Drucks auf Israel, das Schätzungen nach etwa 200 nukleare Waffen besitzen soll, verunsichere Riad.
UNO-Beamte erklärten der Zeitung außerdem, dass es bereits vor 20 Jahren ähnliche Gerüchte gegeben habe. Damals habe es geheißen, Saudiarabien wolle Pakistan bezahlen, damit dieses Atomwaffen erforsche und entwickle. 1988 habe Riad von China Mittelstreckenraketen mit Atomsprengköpfen erworben. Vor vier Jahren soll ein saudi-arabisches Verteidigungsteam Pakistan besucht haben. Dabei soll es auch zu einem Treffen mit Abdul Qadeer Khan, dem Vater der pakistanischen Atombombe, gekommen sein.
(apa)
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