Mittwoch, 17. September 2003

Blutiges Ende: Geiselnehmer an US-College ist tot

  • Selbsternanntes Al-Kaida-Mitglied verübte Selbstmord während Befreiungsaktion
  • Zwei Geiseln verletzt

Nach über neun Stunden ist ein Geiseldrama an einem College im US-Bundesstaat Tennessee blutig zu Ende gegangen. Nach stundenlanger Belagerung stürmte die Polizei das Gebäude, als sie Schüsse hörte und tötete den 26-jährigen Geiselnehmer.

Zwei Geiseln wurden während des Schusswechsels verletzt, doch war zunächst unklar, ob sie von dem Kidnapper oder der Polizei getroffen wurden. Der Täter hatte sich als Mitglied der Terrororganisation El Kaida ausgegeben. Laut Polizei war er früher in Dyersburg zur Schule gegangen und hatte dort seine Schwester besucht. Der Mann hinterließ einen Abschiedsbrief.

Nach Angaben von Polizeichef Bobby Williamson war der 26-jährige Täter am Nachmittag auf das Gelände des Dyersburg State Community College eingedrungen und hatte sich mit seinen Geiseln in einem Kursraum verschanzt. Er hatte eine Schusswaffe und ein Messer bei sich.

Über die Studenten und deren Mobiltelefone habe er mit der Polizei verhandelt; es habe aber "keine direkte Kommunikation" mit dem Täter gegeben. Der junge Mann habe nur Wasser und 16 Gläser verlangt. Zwischenzeitlich habe er drei Frauen freigelassen, von denen eine schwanger sei.

In einem Abschiedsbrief, den er bei seiner Schwester hinterlassen habe, hatte der Mann seinen Selbstmord angekündigt, wie Polizeichef Williamson sagte. Zuvor wolle er aber mehrere Menschen mit in den Tod nehmen, habe er geschrieben. Während der Geiselnahme habe der Mann nicht mit seiner Schwester sprechen wollen. Weil der Geiselnehmer sich in der handschriftlichen Mitteilung als El-Kaida-Mitglied bezeichnet hatte, schickte auch die US-Bundespolizei FBI Beamte zum Tatort. Dyersburg liegt rund hundert Kilometer nördlich von Memphis und 230 Kilometer östlich von Nashville.
(apa, red)

17.9.2003 22:30