Dienstag, 16. September 2003

Palästinensischer Sicherheitsberater für Waffenruhe

  • Verzichten militante Palästinenser auf Angriffe?
  • Bedingung: Israel muss Operationen gegen Extremisten stoppen

Der palästinensische Sicherheitsberater Jibril Rajoub hat sich für eine Waffenruhe zwischen Israel und den Palästinensern ausgesprochen. Die Palästinenser seien bereit, eine generelle Waffenruhe auszurufen, sagte er am Dienstag dem israelischen Rundfunk. Diese müsse jedoch auf Gegenseitigkeit beruhen.

Die militanten Palästinenser würden nach seinen Worten alle bewaffneten Angriffe gegen Israelis stoppen. Im Gegenzug müsse Israel aber alle militärischen Operationen gegen palästinensische Extremisten einstellen, verlangte Rajoub. Außerdem müsse Israel den Bau der umstrittenen Sperranlagen im Westjordanland beenden und den Bau jüdischer Siedlungen in den Palästinensergebieten stoppen.

Der palästinensische Präsident Yasser Arafat unterstütze diesen Vorschlag und wolle "mehr als jeder andere Führer" eine Waffenruhe, sagte Rajoub, der von Arafat vor kurzem zum "Nationalen Sicherheitsberater" ernannt worden war.

Israelische Regierungsbeamte lehnten den Vorschlag Rajoubs nach Angaben des Rundfunks ab. Eine solche Waffenruhe wäre ihrer Ansicht nach eine "Falle", um Arafat zu retten. Zugleich bekräftigten sie, dass die Grundsatzentscheidung des israelischen Kabinetts zur Ausweisung des Palästinenserpräsidenten ungeachtet der anhaltenden internationalen Kritik nicht geändert werde.

(apa)

16.9.2003 08:42