Sonntag, 21. September 2003

Videokamera lief mit: Mann missbrauchte Kinder

  • Opfer: Eigene Nichte und andere Kinder
  • Elternhaus und Weinkeller als Tatort

Grauenvoller Fall von mehrfachem Kindesmissbrauch in Niederösterreich! Ein 33-Jähriger hat gestanden, sich jahrelang an bis zu acht Kindern vergangen zu haben! Besonders pervers: Bei den Sex-Orgien lief meistens die Videokamera mit. Eine Nichte des Mannes, die seit ihrem siebenten Lebensjahr dieses schreckliche Martyrium erleiden musste, brach nach zehn Jahren ihr Schweigen.

Der Fall wurde Ende September 2003 bekannt: Unter den Opfern waren nach Angaben der Gendarmerie neben der Nichte des Mannes auch deren 15-jährige Schwester und 13-jähriger Bruder sowie ein neunjähriger Volksschüler aus der Nachbarschaft. In seinem Geständnis sprach der Verdächtige gar von fünf bis acht Minderjährigen, an denen er sich vergangen habe.

Martyrium im Weinkeller
Tatorte waren das verwahrloste Haus des allein stehenden Arbeitslosen in einer kleinen Ortschaft im Bezirk Gänserndorf sowie das Haus seiner Eltern, wenn diese nicht anwesend waren, und ein leer stehender Weinkeller. Der Mann habe als etwas seltsamer, aber bisher unauffälliger Einzelgänger gegolten, der nie etwas gearbeitet habe, sagte ein Ermittler am Sonntag der APA. Er bestätigte einen Bericht der Kronen Zeitung (Sonntagausgabe) über den mutmaßlichen serienweisen Missbrauch der Kinder. Der Verdächtige soll die Kinder mit Süßigkeiten und Fernsehen angelockt und dann mit Faustschlägen gefügig gemacht haben. Er sitzt jetzt am Landesgericht Korneuburg in Untersuchungshaft.

Die Opfer seien geschlagen, sexuell misshandelt und dabei fast immer auch noch mit einer Videokamera gefilmt worden. Verdächtige Videokassetten werden ausgewertet. Die 16-jährige Nichte hat ausgesagt, sie sei ab einem Alter von sieben Jahren missbraucht worden. Der letzte Übergriff soll vor rund drei Jahren stattgefunden haben. (apa/red)

21.9.2003 14:00