Sonntag, 21. September 2003

Gehrer gegen FPÖ: "Vorziehen der Steuer-Reform nicht notwendig"

  • Ausweitung der Nachmittags-Betreuung: 10.000 Plätze mehr
  • Ganztagsschule als Angebot "für jene, die das wollen"

Bildungsministerin Elisabeth Gehrer sieht "persönlich" keine Notwendigkeit für ein Vorziehen der Steuerreform, wie sie von der FPÖ befürwortet wird. Die Reform werde "sehr gründlich vorbereitet, alle Fragen offen diskutiert", betonte Gehrer in der ORF-Pressestunde am Sonntag. Ausweiten will sie die Nachmittagsbetreuung an den Schulen. Bis 2006 sollen zusätzlich 10.000 Kinder betreut werden.

Wie die Ministerin betonte, entspreche dies einer Erhöhung um rund 20 Prozent gegenüber den derzeitigen 45.000. Die Betreuung der Kinder an den Schulen will Gehrer nicht als ideologische Debatte sehen, sondern als Frage des Bedarfs. So spreche auch nichts gegen eine Ganztagsschule - aber nur "als Angebot für jene Eltern, die das wollen". Die Erziehungsberechtigten müssten die Wahlfreiheit behalten, ob sie ihre Kinder am Nachmittag selbst betreuen wollten oder dies in der Schule geschehe.

Nicht diskutieren will Gehrer die Einführung der Gesamtschule für 10 bis 14-Jährige. Diese sei ein "alter Hut", auf den sie "keine neuen Bänder" draufsetzen wolle. Eine Abschaffung des differenzierten Schulsystems würde einer "großen Anstrengung zur Umstrukturierung eines gewachsenen Schulwesens" bedürfen.

In Koalitionsfragen gab sich die stellvertretende VP-Chefin gelassen. Der Partner der ÖVP heiße Herbert Haupt, "was wäre wenn"- Spielchen betreibe sie nicht. Sie fürchte sich nicht prophylaktisch, eine neue Situation würde neue Überlegungen erfordern, meinte Gehrer auf die Frage, wie sie auf einen möglichen FPÖ-Chef Jörg Haider reagieren würde.

(apa)

21.9.2003 12:27