Samstag, 20. September 2003

Straßenraub: Innenminister Strasser will "Banden in den Griff kriegen"

  • "Steigende Kriminalität wegen erzwungener Visa-Freiheit"
  • Vor allem rumänische und bulgarische Gangs im Visier

Innenminister Ernst Strasser (V) will vermehrt gegen kriminelle Banden aus Rumänien und Bulgarien vorgehen. "Vor allem rumänische und bulgarische Straßenbanden tauchen auf Grund der Visa-Freiheit, zu der wir durch EU-Vereinbarungen gezwungen sind, in Wien auf, erledigen ihr kriminelles Geschäft und sind wieder weg", skizziert Strasser das Problem. "Wir haben ein Schwerpunktprogramm gegen den Straßenraub entwickelt, wir haben den Rayonspolizisten eingeführt und die Streifendienste ausgedehnt."

Doch auch politisch müsse man "ansetzen": "Rumänien und Bulgarien müssen sich klar sein, dass es keine Eintrittskarte nach Europa gibt, wenn sie ihre kriminellen Banden nicht in den Griff bekommen." Strasser werde die Visumpflicht für Rumänien problematisieren, sollte es keine Verbesserung geben. "Die Rumänen arbeiten zwar hart, aber sie sind ein gutes Stück vom europäischen Standard entfernt."

Strasser äußerte sich auch zur Kriminalitätsstatistik. "In sechs Bundesländern ist im Vorjahr die Aufklärungsquote gestiegen." Aber es gebe auch Bundesländer, besonders Wien, wo sie gesunken sei. Dies führte Strasser auf die "angesprochenen Phänomene" zurück. Gleichzeitig kündigte er eine "Neuadaptierung" der Kriminalitätsstatistik an. Sie solle nicht nur einmal im Jahr Zahlen zur Verfügung stellen, sondern ein laufendes Analyse-Instrument werden. "Ich hoffe, dass wir heuer noch den Pilotbetrieb beginnen können."

"Ermutigende Zwischenbilanz"
Angesprochen auf die geplante Fusion von Gendarmerie und Polizei sowie Schließung zahlreicher Bezirksgendarmerie-Kommanden sprach Strasser von einer "sehr ermutigenden" Zwischenbilanz. "Vor allem, weil es eine Reform des Innenministeriums ist, die von den Mitarbeitern selbst erstellt wurde." Ein Vorschlag der Mitarbeiter sei, "dass ein Bezirkskommando dann gut zu führen ist, wenn es zwischen 80 und 120 Mitarbeiter hat." Das sei zu prüfen. "Wir werden im Spätherbst sehen, was die Experten vorschlagen. Im Winter wird entschieden." (apa/red)

20.9.2003 19:46