Freitag, 19. September 2003

Schüssel in FORMAT: Machiavelli war mir zu fad

  • "Es ist ein lohnendes Abenteuer, sich auf Herbert Haupt einzulassen"

Kanzler Wolfgang Schüssel stellt sich einem FORMAT-Interview: Über das Leben mit der blauen Bombe, über seine Nervenstärke und über Machiavelli, den er schon als Student zu fad fand.

Format: Herr Bundeskanzler, der Sommer war turbulent, der Herbst verspricht, turbulenter zu werden - Sie bleiben gelassen, wie immer?

Schüssel: Manchmal bin ich gelassen, dann reagiere ich wieder durchaus emotional. Aber im Grunde ist Gelassenheit schon meine Lebensphilosophie.

Format: Was macht Sie zuversichtlich, dass die Koalitionsarbeit friktionsfreier wird? Die FPÖ ist ja die gleiche geblieben.

Schüssel: Stilfragen werden in der Öffentlichkeit überbewertet. Ich sage: Schauen Sie sich die Substanz an.

Format: Mehr Privat, weniger Staat ist eines Ihrer Leitmotive. Sind Sie mit der Voest-Privatisierung an Ihrem Ziel angelangt?

Schüssel: Die absolute Herausnahme der Voest aus der Politik entspricht vollkommen meiner Überzeugung.

Format: Wie ist Ihr Verhältnis zu Herbert Haupt?

Schüssel: Er ist ein sehr guter Sozialpolitiker mit enzyklopädischem Wissen, auf den man sich verlassen kann. Er hat mein Vertrauen.

Format: Einmal ehrlich: Verstehen Sie Ihren Vizekanzler immer?

Schüssel: Ich bemühe mich, und meistens haben seine Satzgirlanden einen sehr realen Sinn und viele Botschaften verpackt. Es ist ein lohnendes Abenteuer, sich auf Herbert Haupt einzulassen.

Format: Haben Sie Ihren Machiavelli gelesen?

Schüssel: Als Student, aber ehrlich gesagt war es mir zu fad. Da gibt es Besseres: das Handorakel von Gracian etwa.

Das ganze Interview und die Hintergründe lesen Sie im aktuellen FORMAT!

19.9.2003 14:54