Freitag, 19. September 2003

Grüne: Gegen Wehrpflicht, Zivildienst und Eurofighter

  • Pilz will professionalisiertes Heer für Auslandseinsätze

Gegen Wehrpflicht und Zivildienst und für ein Überdenken des Eurofighter-Kaufs spricht sich der Sicherheitssprecher der Grünen Pilz aus. Er werde Folgendes in die Bundesheer- Reformkommission einbringen: Ein professionalisiertes Heer für Auslandseinsätze, Katastrophenschutz durch zivile Einheiten, anstatt des Zivildienstes Sozial- und Pflegedienste von ausgebildete Fachkräften.

Für ein kleines Land wie Österreich, das nur von befreundeten Staaten umgeben ist, sei eine klassische Landesverteidigung mit Großwaffensystemen überflüssig, so Pilz. Er fordert, Österreich solle sich auf Einsätze in Krisengebieten zur Prävention und Stabilisierung von zivilen Systemen konzentrieren. In diesem Bereich hätten sich, etwa bei Einsätzen am Balkan, große Defizite der internationalen Truppen gezeigt.

Der Grüne Sicherheitssprecher schlägt eine Truppe von 1.000 bis 2.000 aktiven Personen vor, für Infrastruktur, Ausbildung und Ersatz würde realistischerweise noch zusätzlich noch einmal doppelt so viel Personal benötigt. "Das ist nicht wenig, weil es nicht billig ist und risikoreicher als etwa der Einsatz mit schweren Waffen", räumt Pilz ein. Die Einsatzkräfte müssten entsprechend ausgebildet und bezahlt werden.

Gelder sollen durch die Abschaffung der Wehrpflicht, durch Verzicht auf Geräte wie Panzer oder Kampfflugzeuge und durch die Veräußerung von Liegenschaften des Bundesheeres eingenommen werden, schlug Pilz vor. Wieder einmal sprach er sich in diesem Sinne gegen den Kauf der Eurofighter aus.

Was die Pläne der Grünen betrifft, die Wehrpflicht abzuschaffen, sieht der Sicherheitssprecher im Vorsitzenden der Reformkommission, Helmut Zilk, einen gesprächsbereiten Partner. "Ich glaube, mit Helmut Zilk lässt sich da einiges machen", gibt er sich zuversichtlich.

(apa)

19.9.2003 13:04