Ermittlungen: Zwei der Todesfälle in Wiener Spital
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Im Fall der mysteriösen Todesfälle in der Psychiatrie im Wiener Otto-Wagner-Spital wird jetzt von Seiten der Kriminaldirektion 1 (KD1) ermittelt. Konkret gehe es um zwei drogenabhängige Patienten. Von anderen Fällen wisse die Polizei nichts.
Nun werde jener Gerichtsmediziner kontaktiert, der von einer "auffälligen Häufung" von Todesfällen sprach.
Der KD1-Leiter besteht jedoch auf der Feststellung, dass bei den beiden keinesfalls Mordverdacht bestehe, sondern es sich lediglich um ungeklärte Todesfälle handle. Bei den Patienten waren keine äußeren Einwirkungen festgestellt worden.
Bei den beiden Toten handelt es sich laut Geiger um einen Mann und eine Frau, welche zu Jahresbeginn starben. "Es wurde eine Obduktion gemacht. Die Todesursache war laut gerichtsmedizinischem Gutachten nicht eindeutig feststellbar", so Geiger.
Der ärztliche Direktor des Spitals, Heinz-Eberhard Gabriel, kündigte im ORF-Mittagsjournal an, eine interne Untersuchungskommission einzusetzen. Er könne jedoch mit größter Wahrscheinlichkeit ausschließen, dass es von Seiten des Personals zu Übergriffen gegen Patienten gekommen sei. Er führt die Todesfälle auf Drogenprobleme zurück.
Der "Kurier" berichtete in seiner Donnerstag-Ausgabe von dem neuen Verdacht. Zitiert wird unter anderem der Fall eines 38-jährigen drogenabhängigen Mannes, der am Weihnachtstag 2002 zum 17. Mal ins Otto-Wagner-Spital eingeliefert worden ist. Am Neujahrstag wurde er tot aufgefunden - vermutet wurde, dass er an Speisebrei und Erbrochenem erstickt ist.
Der untersuchende Gerichtsmediziner Missliwetz hielt in seinem Befund fest, dass von "einem naturwissenschaftlich nicht ausreichend erklärten Todesfall auszugehen ist". In einem Schreiben des Vorstands der Wiener Gerichtsmedizin, Georg Bauer, ist laut "Kurier" sogar von einer "Häufung von Todesfällen in ärztlicher Behandlung" im Otto-Wagner-Spital die Rede.
Auf Anfrage der APA hieß es bei der Kriminaldirektion 1, dass über derartige Fälle nichts bekannt sei. Ähnlich auch die Antwort aus dem Rathaus: Einen Aktenverkehr über die in dem Bericht erwähnten Vorkommnisse gebe es nicht, wurde im Pittermann-Büro betont.
Von Seiten der Gerichtsmedizin kam hingegen eine Bestätigung: In dem betroffenen Wiener Spital soll es in den vergangenen Monaten wiederholt zu Todesfällen gekommen sein, die den Gerichtsmedizinern Rätsel aufgaben. Von fünf bis sechs Leichen ist die Rede, bei denen sich keine eindeutige Todesursache feststellen ließ. Fremdverschulden konnte in diesen Fällen zumindest nicht ausgeschlossen worden. Das Straflandesgericht Wien soll dem Vernehmen nach in der kommenden Woche eine Liste mit den verdächtigen Fällen erhalten. Die zuständige U-Richterin wird dann über das weitere Vorgehen entscheiden.
"Als Gerichtsmediziner muss ich mir Sorgen machen, wenn in kurzer Zeit gehäuft Leichen ohne gesicherte Todesursache aus einem Spital auftauchen. Sonst kann ich nicht ruhig schlafen. Man muss der Sache sicher nachgehen", verlautete am Mittwochnachmittag aus dem Wiener Institut für Gerichtsmedizin auf Anfrage der APA. Es sei auf jeden Fall "ungewöhnlich", innerhalb weniger Wochen mit einer beachtlichen Anzahl ungeklärter Todesfälle aus ein und derselben Krankenanstalt konfrontiert zu sein, meinte der Experte.
Nach derzeitigem Stand könnte diese Häufung aber durchaus auf purem Zufall beruhen. Dafür spreche etwa, dass die Patienten auf unterschiedlichen Krankenstationen gestorben sind. (apa)
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