Au Backe!! Jeder Zweite hat Angst vor dem Zahnarzt
- Jeder 20. geht aus Panik vor dem Bohrer gar nicht in die Praxis
- Angstspezialist gibt Tipps bei Zahnärztekongress in Salzburg
Mehr als jeder zweite Österreicher hat Angst vor dem Zahnarzt. Bei jedem 20. ist sie so groß, dass er gleich gar nie hingeht. Beim Österreichischen Zahnärzte-Kongress von 23. bis 27. September in Salzburg werden Experten Methoden vorstellen, die den Besuch beim Zahnarzt erleichtern. Die Vorschläge reichen von der richtigen Farbe im Ordinationsraum über Musik bis zur Hypnose oder verschiedenen Medikamente.
Um die Behandlung von Angstpatienten für beide Seiten zu erleichtern, hat der Angstspezialist Primar Gerhard Kreyer aus Langenlois ein Punkt-zu-Punkt-System für den Angstabbau entwickelt: die so genannte "integrative Anxiolyse". "Dieses System stellt ein stufenweises Vorgehen für den ambulanten Bereich der zahnärztlichen Praxis dar.
Den Anfang bildet die räumliche Gestaltung der Praxis, als letztes Mittel bei besonders schwierigen Patienten werden Medikamente eingesetzt." Soweit solle es aber nur in Ausnahmefällen kommen. "Und gelegentlich lassen sich auch mit reinen Placebo-Präparaten verblüffende Erfolge erzielen", so Kreyer.
Das Ambiente entscheidet
Eine wesentliche Rolle für das Wohlbefinden des Patienten spielt das Ambiente in der Zahnarztpraxis. "Tageslicht, warme Farben wie Beige, zartes Gelb oder auch Rose-Farbtöne strahlen auf den Patienten eine Atmosphäre von Geborgenheit, Sicherheit und Wärme aus", erläuterte Kreyer. Das ganze Team in der Praxis solle dem Patienten eine Atmosphäre von Freundlichkeit, Sicherheit und fachlicher Kompetenz vermitteln. Weinende Kinder, eine für das ganze Wartezimmer hörbare Wurzelbehandlung: Mit solchen Angstmachern soll der Angstpatient in einer modernen Praxis nicht mehr konfrontiert werden.
Der Termin soll gut gewählt sein
Eine große Bedeutung komme auch der Wahl des Behandlungstermins zu. Äußere Einflüsse wie Prüfungen, familiäre Probleme oder Gerichtsverhandlungen sowie Wetterfühligkeit oder Neigung zu Migräne sollen laut Kreyer in die Terminwahl einbezogen werden.
Musik per Kopfhörer schafft Abhilfe
Auch Musik per Kopfhörer wirke schmerzdämpfend, ebenso könne der Einsatz von Duft- und Aromastoffen Angst abbauen. Und auch der Stellenwert der Hypnose habe in den vergangenen Jahren ständig zugenommen, erläuterte Kreyer. (apa/red)
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