Trendwende: Digicams lassen Fotofilme verblassen
- Digitalkameras überflügeln erstmals analoge Fotoapparate
- Analoge Fotografie wird nur in Randsegmenten überleben
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Was Digi-Fotos seit September kosten
Der Trend zur Digitalfotografie schlägt sich auf den Verkauf von Fotofilmen nieder. Hier musste der Handel laut einer aktuellen Studie des Marktforschers Fessel-GfK Einbußen bei Stückzahlen von 7 Prozent auf 6,2 Mio. Filme hinnehmen, der Umsatz mit Fotofilmen ging um 9 Prozent auf 22,8 Mio. Euro zurück.
Den Siegeszug der digitalen Fotografie führt der Geschäftsführer der Media Markt/Saturn-Gruppe Gerhard Sandler auf die erweiterten Möglichkeiten für den Konsumenten zurück: "Der Kunde kann sich die Bilder vor der Entwicklung bereits ansehen und aussortieren."
Foto-Fachhandel bleibt links liegen
Am Boom der Digitalfotografie kaum partizipieren kann laut Fessel-GfK der Foto-Fachhandel, der beim Umsatz mit Digitalkameras von Februar bis Juli 2003 ein Minus von 1 Prozent verzeichnete, während große Elektronikketten hohe zweistellige Umsatzzuwächse verzeichneten. Die vom Kunden häufig genutzten Multimedia-Geräte zum Überspielen der Fotos würden nur in großen Ketten und nicht im Fachhandel stehen, begründet Sandler das Umsatzminus des Foto-Fachhandels.
Mit der Aktion "Bilderwelten" und Gratis-Schulungen für Konsumenten in "Digitalfotografie-Zelten" will Media Markt "dem Kunden die Scheu vor der neuen Technik nehmen", betonte Sandler. Das "Bilderwelten"-Zelt macht ab 10. September für rund 8 Monate mit Unterstützung des Bildungsministeriums jeweils für einige Tage vor einem der 14 Media Märkte in Österreich Station und soll dem Besucher das gesamte Spektrum der Digitalfotografie näher bringen.
Bessere Auflösungen für Kamera-Handys
Zum Erfolg beitragen würden auch die immer höhere Auflösung der Digicams, die zunehmenden Speichermöglichkeiten und der anhaltende Preisverfall. Auch Handys mit integrierter Kamera würden die Verkaufszahlen fördern. Spätestens Ende 2003, Anfang 2004 seien bei Kamera-Handys Auflösungen zu erwarten, "die ein Foto wiederverwertbar machen". Marktführer bei Digitalkameras sei derzeit Nikon, gefolgt von Canon und Olympus.
Wachstumsraten bleiben rosig
"In Österreich werden heuer erstmals mehr digitale als analoge Fotoapparate verkauft", kommentierte Sandler die "Trendwende". Auch in den nächsten zwei Jahren seien bei Digitalkameras ähnliche Wachstumsraten zu erwarten, schätzte Sandler. Der Anteil von analogen Kameras werde hingegen noch weiter "wesentlich stärker zurückgehen", analoge Fotografie werde nur mehr in Spezialsegmenten überleben. (apa/red)
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