Donnerstag, 11. September 2003

Hilfestellung: Filesharing-Anbieter wollen Bußgeld für 12-Jährige übernehmen

  • Download-Dienste richten Spendenkonto für Betroffene ein
  • Klageflut der Musikindustrie wird hart kritisiert

Der Branchenverband P2P United will die Summe von 2.000 Dollar übernehmen, die die Mutter eines zwölfjährigen Mädchen in einem Vergleich an die Musikindustrie zahlen soll. In der Organisation sind mehrere Anbieter von Filesharing-Software zusammengeschlossen. Brianna LaHara gehört zu den ersten Nutzern von Filesharing-Plattformen, die in den USA von der RIAA verklagt wurden. Die Schülerin hatte sich über 1.000 Titel aus dem Internet geladen.

"Wir können Urheberrechtsverletzungen nicht gutheißen, es ist jedoch Zeit für die RIAA ihre fliegenden Affen zurück in die Festung zu holen und die Zwerge in Ruhe zu lassen", sagte Adam Eisgrau, Copyright-Anwalt und Präsident von P2P-United, in Anspielung auf eine Szene im "Zauberer von Oz". Eine Stellungnahme des RIAA-Präsidenten Cary Sherman, der das Vorgehen der Musikindustrie als fair bezeichnete, nannte Grokster-Chef Wayne Rosso zynisch und scheinheilig.

P2P United steht mit seinem gestrigen Angebot jedoch nicht allein. Auch Musicrebellion.com, ein kommerzieller Download-Dienst, sicherte seine Unterstützung zu. Das Unternehmen richtete einen Account mit einem Guthaben in Höhe von 2.000 Dollar für die Schülerin ein. Mit dem Angebot will das Service demonstrieren, dass es auch möglich ist, legal Musik aus dem Internet zu beziehen.

Auch auf der IT-Community Plattform "Slashdot" werden bereits Spendensammlungen diskutiert. Beträge, die die Höhe des Bußgeldes übersteigen, sollen dabei an die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) gespendet werden. Die EFF bietet Filesharing-Nutzern juristische Unterstützung bei Klagen durch die Musikindustrie.

11.9.2003 11:19